Sekt, Wein, Schnaps: Irgendwo wird immer gefeiert

Solange die Franzosen bei der WM dabei sind, steht auch der Champagner kalt. Solange die Franzosen bei der WM dabei sind, steht auch der Champagner kalt.
© Gabi Schoenemann, www.pixelio.de
(03.07.2018)

In der Vorwoche hatten wir an dieser Stelle drei Bierbrauer unter die Lupe genommen und auch auf die „Sonderkonjunktur“ durch die Fußball-WM hingewiesen (vgl. PB v. 25.6.). Zumindest für das bierliebende Deutschland ist dieses Thema durch. Fest steht aber, dass eine Nation am Ende des Turniers feiern wird. Die Brasilianer mit Zuckerrohrschnaps, die Franzosen mit Champagner oder die Spanier mit Rotwein.

Hawesko, der führende europäische Anbieter von hochwertigen Weinen und Champagnern, dürfte jedenfalls derzeit gute Absatzzahlen im Direktvertrieb sowie im Einzel- und Großhandel (Jacques‘ Wein-Depot, Wein-Wolf) verzeichnen. Im lfd. Jahr soll der Umsatz organisch rd. 3% zulegen, bei einem EBIT von mindestens 32 Mio. Euro (Vj.: 30,4 Mio. Euro). Zudem dürfte CEO Thorsten Hermelink noch in diesem Jahr Wachstum über Zukäufe generieren. Daher stellen für uns das KGV von 22 und die Dividendenrendite von 2,4% keine Überbewertung dar. Zudem hat die Aktie (52,00 Euro; DE0006042708) trotz Dividendenzahlung von 1,30 Euro nach der HV am 11.6. die Chart-Hürde bei 51,00 Euro (vgl. PB v. 16.4.) deutlich überwinden können. 

Wenn irgendwo auf dem Globus die Sektkorken knallen, ist Schloss Wachenheim in der Regel dabei. Denn die Trierer gehören zu den führenden Anbietern des Schaumweins, in allen Preissegmenten und über alle Qualitätsstufen. Bekannteste Marken sind Faber, Feist und Blû Prosecco. Die Aktie (19,40 Euro; DE0007229007) machte ihren Eignern aber zuletzt wenig Freude. Nach dem Rekordhoch im Herbst bei 22,88 Euro (vgl. PB v. 27.11.17) konsolidiert der Titel, weil der Konzern bei der Profitabilität im Deutschland- und Frankreich-Geschäft nicht überzeugte. So stieg im Q3 des Geschäftsjahres 2017/18 (per 30.6.) zwar der Umsatz um 13,4% auf 64,2 Mio. Euro, das EBIT fiel aber um 10,9% auf 1,4 Mio. Euro. Hoffnungen macht das Osteuropa-Geschäft. Mit Blick auf die eingetrübte Charttechnik sind wir aber für die Aktie auch bei einem 2018/19er-KGV von 11 zunächst etwas vorsichtiger.

Wer etwas härtere Getränke zum Feiern bevorzugt, der wird bei Berentzen fündig. Die Gruppe vertreibt ihre bekannten Spirituosenmarken (u. a. Puschkin, Linie Aquavit, Bommerlunder, Doornkaat) und preisattraktive Private-Label Produkte weltweit. Zudem baute der Konzern in den vergangenen Jahren die Bereiche Alkoholfreie Getränke und Frischsaftsysteme aus, die aber auch im Q1 für Enttäuschungen sorgten. Beide Segmente waren für den Umsatzrückgang von 6,6% verantwortlich. Demgegenüber stieg das EBIT um 10,4% auf 1,7 Mio. Euro. Hier zeigt die jüngste Umstrukturierung Erfolge. So senkt das Management Kosten und bereinigt zudem das Produktportfolio. Dies dürfte v. a. im 2. Hj. die Profitabilität weiter verbessern. Die Aktie (7,70 Euro; DE0005201602) bleibt daher attraktiv.

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