Commerzbank nimmt Dividende von 20 Cent für 2018 ins Visier

Commerzbank nimmt Dividende von 20 Cent für 2018 ins Visier
© Commerzbank AG
(16.05.2018)

Erst vor wenigen Tagen bekräftigte Vorstandschef Martin Zielke auf der Commerzbank-HV sein Versprechen, für 2018 endlich wieder eine Dividende ausschütten zu wollen. Über die zu erwartende Höhe der Ausschüttung schwieg sich Zielke vor den Aktionären allerdings noch aus. Diesen Schleier lüftete zumindest ein wenig Finanzvorstand Stephan Engels bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal. Demnach hat die Commerzbank im ersten Vierteljahr 5 Cent je Aktie für die Dividende auf die hohe Kante gelegt. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr würde dies einer Ausschüttung von 20 Cent je Aktie entsprechen. Eine Kalkulation, der auch Engels einigen Charme abgewinnen kann, wie der CFO durchblicken ließ.

Damit würde die Commerzbank exakt an ihre letzte Dividendenzahlung für 2015 anknüpfen.
Das scheinen auch die Investoren zu goutieren, die das insgesamt eher durchwachsene Zahlenwerk für die ersten drei Monate mit einem Kursplus von mehr als 3% belohnten. Darin spiegelt sich freilich auch das verstärkte Vertrauen der Aktionäre in Zielkes Wachstumsstrategie. So gelang es der Privatkunden-Sparte, ihr Neukundenwachstum im ersten Quartal mit netto 73 000 neuen Privat- und Unternehmerkunden sogar noch zu beschleunigen. Auch beim Ummünzen des Kundenwachstums in zusätzliche Erträge und Gewinne ist die Privatkunden-Sparte weiter vorangekommen. Die Erträge wuchsen um fast 6% auf 1,2 Mrd. Euro, und das operative Ergebnis verbesserte sich um 4,1% auf 202 Mio. Euro.

Einen Dämpfer musste die Commerzbank hingegen im neu formierten Firmenkundengeschäft hinnehmen, das unter einer schwachen Nachfrage nach Kapitalmarktprodukten, niedrigen Zinsen sowie einem verschärften Preiswettbewerb litt. Das operative Sparten-Ergebnis brach denn auch um 46% auf 145 Mio. Euro ein. An dem raueren Wettbewerbsumfeld dürfte die Commerzbank allerdings nicht ganz unschuldig sein. Wie schon im Privatkundengeschäft ködert die Commerzbank nun auch im Firmenkundengeschäft mit aggressiven Angeboten neue Kunden. Allein im ersten Quartal konnten die Frankfurter 1 000 neue Firmenkunden gewinnen.

Der Schwächeanfall im Firmenkundengeschäft sowie höhere Kosten für Digitalisierung und Pflichtabgaben (244 Mio. Euro) drückten das Konzernergebnis vor Steuern um 12,3% auf 289 Mio. Euro. Unterm Strich rettete ein einmaliger Steuerertrag das Nettoergebnis, das um 9,2% auf 250 Mio. Euro stieg. Richtig in Fahrt kommt die von Zielke runderneuerte Commerzbank aber erst, wenn die EZB die Zinswende einläutet.