Shoppen auf Pump – Visa & Co. kassieren weiter kräftig

Paypal und Paydirekt sind keine Gefahr für die großen Kreditkartenanbieter Paypal und Paydirekt sind keine Gefahr für die großen Kreditkartenanbieter
© Paydirekt GmbH
(06.02.2018)

Mit dem rasanten Wachstum des Online-Handels nimmt auch das Angebot des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu. Während früher das münzfreie Bezahlen über die Kreditkarte – die Mutter des elekronischen Abkassierens – ablief und Kartenanbieter wie Visa, Mastercard und American Express (AmEx) sich eine goldene Nase verdienten, können shoppingwütige Kunden im Netz heutzutage zwischen zahlreichen Alternativen, wie etwa dem Online-Bezahlverfahren Paydirekt der deutschen Banken und Sparkassen oder dem unkomplizierten Service des US-Bezahldienstes Paypal, wählen. Am wirtschaftlichen Erfolg der großen Kreditkartenanbieter hat die neue Konkurrenz bislang jedoch nichts geändert, wie die jüngsten Zahlen der weltweit führenden Plastikkartenvertreiber belegen.

So kassierten die Big Three aus den USA im wichtigen Schlussquartal 2017 durch die Bank wieder kräftig ab. Bei Branchenprimus Visa kletterte der Umsatz um 9% auf 4,9 Mrd. US Dollar, wie das kalifornische Unternehmen am 1.2. nachbörslich berichtete. Unterm Strich kann sich CEO Alfred Kelly über einen satten Gewinn von 2,5 Mrd. Dollar freuen (Vj.: +22%). An der Ostküste lief es auch bei den Rivalen Mastercard und AmEx gut. Hier stiegen die Erlöse um 20% resp. 10% auf 3,3 Mrd. bzw. 8,8 Mrd. Dollar. Beiden versetzte jedoch die neue US-Steuerreform einen heftigen Kinnhaken. Bei Mastercard schmolzen die Gewinne von 933 Mio. auf 227 Mio. Dollar. Noch bitterer traf es den scheidenden AmEx-Chef Kenneth Chenault, der in seiner letzten Quartalsbilanz den ersten Verlust seit 26 Jahren ausweisen musste. Die 2,6 Mrd. Dollar-hohe Einmalüberweisung an den US-Fiskus brannte hier ein dickes Loch von 1,2 Mrd. Dollar in die Q4-Bilanz. Künftig werde AmEx aber von den neuen Steuerregeln profitieren, beschwichtigt das Management aufgeregte Anleger umgehend.

Damit scheint die schöne Welt des Kaufens auf Pump heil wie eh und je. In Anbetracht der boomenden Weltkonjunktur aber auch kein Wunder. Spannend wird es hingegen, wenn die Konsumlaune wieder deutlich nachlässt und bei großen Ausgaben der Gürtel enger geschnallt wird, wie es etwa Visa im November in UK erging, als die Ausgaben der britischen Kartennutzer wegen Brexit-Frust um 0,9% unter Vj. lagen.