Ford hofft auf Sonderkonjunktur im flutgeschädigten Houston

Ford hofft auf Sonderkonjunktur im flutgeschädigten Houston
© Tobias Feuerbacher. www.pixelio.de
(06.09.2017)

US-Autoaktien von General Motors, Ford und FiatChrysler sind seit einiger Zeit nicht des Anlegers Liebling. Die Absatzzahlen auf dem ehemals unangefochten größten Automarkt der Welt, der sich mittlerweile mit China um diesen Titel streitet, und die geschäftliche Entwicklung der US-Autohersteller sorgten nicht gerade für Euphorie bei den Investoren. Kurzfristig könnte das bei Ford aber etwas anders aussehen.

So legte zwar auch der nach seinem legendären Gründer Henry Ford benannte zweitgrößte Autohersteller der USA Ende vergangener Woche auf den ersten Blick schwache Zahlen für den Absatz im August vor. Doch zum einen fielen die Verkaufszahlen mit fast 210 000 abgesetzten Fahrzeugen etwas besser aus als erwartet. Und zum anderen stieg der Absatz der F-Serie, des in den USA beliebten Pritschenwagens aus Aluminium, im August um 15% gegenüber dem Vorjahr. Dabei erhöhten sich auch noch die Verkaufspreise wegen besser ausgestatteter Modelle im Jahresvergleich um 8,1% auf durchschnittlich 45 600 US-Dollar. Hoffnung für die unmittelbare Zukunft macht schließlich noch ein Sonderfaktor: Ford ist laut IHS Markit mit 18% Marktführer in der vom Hurrikan Harvey überfluteten Region rund um Houston, der viertgrößten Stadt der USA. Schätzungen zufolge wurden dort bis zu einer Million Fahrzeuge durch Sturm und Überflutungen so beschädigt, dass sie ersetzt werden müssen. Mark LaNeve, Verkaufschef für Ford in den USA, kündigte daher an, zusätzliche Produktionskapazitäten aufzubauen sowie Neu- und Gebrauchtfahrzeuge aus dem ganzen Landesgebiet nach Houston zu bringen, um die erwartete Nachfrage bedienen zu können.

Die Aktie (11,26 Dollar; US3453708600) sprang trotz der schwachen Absatzzahlen am Freitag 3,7% in die Höhe. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 20% verloren, zeigt aber im langfristigen Chart Anzeichen für eine weitere kurzfristige Erholungschance. Mit einem 2018er-KGV von 7,4 ist die Aktie im Branchenvergleich nicht zu teuer bewertet, zudem liefert Ford eine ordentliche Dividendenrendite von rd. 6%.

Ein konkretes Votum zu Ford lesen Sie in der aktuellen PLATOW Börse