Cemex – Schuldenlast drückt

Die mexikanische Cemex ist der drittgrößte Baustoffhersteller der Welt Die mexikanische Cemex ist der drittgrößte Baustoffhersteller der Welt
© Bernd Sterzl / pixelio.de
(20.04.2017)

Die Aktie von Cemex (8,21 Euro; 925905; US1512908898) hat die Wahl von Donald Trump bisher überraschend gut überstanden. Dazu beigetragen haben starke operative Zahlen. Für das Q4 wurde dank eines starken Heimatmarktes vor einigen Wochen ein Gewinnplus von 48% auf 214 Mio. US-Dollar gemeldet (Umsatz: -4%). Auch der Ausblick für 2017 überzeugt, obwohl der größte nordamerikanische Zementhersteller und eines der größten Unternehmen Mexikos nach erheblichem innenpolitischen Druck einen Rückzieher gemacht hat und sich zumindest nicht direkt an der Trumpschen Mauer beteiligen wird.

2017 wird u. a. wegen zahlreicher US-Infrastruktur-Projekte mit 3% mehr Verkaufsvolumen gerechnet. Damit verbindet sich die Hoffnung auf höhere Preise, da die Herstellungskapazitäten in Nordamerika bereits stark ausgelastet sind.


Eine Baustelle ist allerdings die zu drei Vierteln in Dollar notierte Verschuldung in Höhe von zuletzt 12 Mrd. Dollar. Der Mexikanische Peso hat sich zwar von seinem Trump-Tief Anfang Januar um 20% erholt, notiert aber immer noch 20% unter dem Wert von Anfang 2016. Die in der Finanzkrise nahe am Konkurs vorbei geschrammte Cemex muss sich sehr strecken, will es wie mehrfach angekündigt 2018 wieder in den Investment Grade zurückkehren. 2017 sollen 2,5 Mrd. Dollar durch Assetverkäufe hereinkommen. Das ist mühsam, ambitioniert und schmälert die Geschäftsbasis. Den 250 Mio. Dollar-Verkauf von Cemex Kroatien an Heidelcement untersagte die EU. Der Verkauf von Pacific Northwest in den USA ebenfalls an Heidelcement brachte vor wenigen Tagen nur magere 150 Mio. Dollar. Sollte Cemex seine Bilanzziele nicht erreichen, droht allen operativen Erfolgen zum Trotz ein Rückschlag beim 2016 stark gestiegenen Kurs.