Warum US-Aktien an ihre Grenzen stoßen könnten
Besonders der Technologiesektor wird mit einem erwarteten Plus von 15,2% als Haupttreiber dieser Entwicklung hervorgehoben, gefolgt vom Gesundheitswesen (+10,9%) und den Kommunikationsdienstleistern (+10,5%). Dagegen dürften Energieunternehmen (-20,9%) und der Rohstoffsektor (-2,7%) mit deutlichen Rückgängen zu kämpfen haben, was vor allem auf den in den vergangenen Monaten gesunkenen Ölpreis zurückzuführen ist.
Parallel zur beginnenden Berichtssaison hat der S&P 500 am Mittwoch (9.10.) mit einem neuen Rekordhoch von 5.796,80 Punkten auf sich aufmerksam gemacht. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Index damit ein Plus von 22%, was auch die robuste Verfassung der US-Wirtschaft widerspiegelt. Doch wie viel Luft nach oben bleibt noch? Die Aktienbewertungen haben bereits ein hohes Niveau erreicht: Das 12-Monats-Forward-KGV liegt aktuell bei 21,4 und damit deutlich über dem 5-Jahres-Schnitt von 19,5 sowie dem 10-Jahres-Schnitt von 18.
Auf Grundlage des derzeitigen KGVs und des aktuellen Niveaus im S&P 500 ergibt sich ein kumulierter Gewinn pro Aktie von 270,9 US-Dollar. Selbst wenn die Unternehmen ihre Gewinnprognosen in der Berichtssaison um 5% erhöhen würden, ergäbe sich daraus lediglich ein EPS von 284,4 Dollar und ein KGV von 20,4. Auch dann kann kaum von einer attraktiven Bewertung (siehe dazu im Gegensatz Mercedes-Benz) gesprochen werden, wie zuletzt auch der Buffett-Indikator gezeigt hat.
Trotz der soliden Verfassung der US-Wirtschaft scheint derzeit wenig Spielraum für eine signifikante Fortsetzung der Rallye zu bestehen. Hinzu kommt die Saisonalität: In Präsidentschaftswahljahren gilt der Oktober traditionell als schwacher Börsenmonat. pk