Wirtschaft

Auch schlechte Nachrichten verhelfen manchmal zu einem steigenden Aktienkurs. Allerdings nur dann, wenn sie nicht ganz so schlecht ausfallen wie ursprünglich erwartet. Sinkende Autoverkäufe in China und ein Massenrückruf in den USA haben den Gewinn von Hyundai und Kia zum Jahresanfang um fast ein Fünftel sinken lassen. Der Gewinn der südkoreanischen Schwesterkonzerne fiel im Q1 auf rd. eine Milliarde Euro (1,33 Bio. Won), wie der weltweit fünftgrößte Autohersteller am Mittwoch mitteilte.

Nach 70 Jahren ist die Hannover Messe auf dem Zenit ihrer Popularität. Im Herzen Niedersachsens zeigen rd. 6 500 Aussteller dieser Tage (24. bis 28.4.), wie die Fabriken der Zukunft aussehen. An Visionen mangelt es nicht. Zum Glück, denn die Schwerpunkte der Messe, allen voran Robotik und das gesamte Konstrukt Industrie 4.0, verdeutlichen, dass sich die Schwerindustrie dem Sog der Digitalisierung nicht entziehen kann. Doch auch auf der Industrieschau fallen mahnende Worte.

Schon gleich zu Jahresbeginn hatte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon seinen Hut für eine zweite Amtszeit in den Ring geworfen. Offensichtlich wollte der ehemalige bayerische Finanzminister damit jegliche Kandidaten-Debatte bereits im Keim ersticken. Ein solcher Schuss kann allerdings schnell auch nach hinten losgehen, wie Fahrenschon aus eigener Anschauung weiß. Auch sein einstiger Kontrahent Rolf Gerlach hatte vor sechs Jahren seine Kandidatur vorzeitig angekündigt, um Pflöcke einzurammen. Damit gewährte der damalige westfälische Sparkassen-Präsident seinen Gegnern jedoch zugleich ausreichend Zeit, um mit Fahrenschon eine schlagkräftige Alternative aufzubauen.

Gut gerüstet hatte sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für seine Reise zur IWF-Frühjahrstagung in Washington. Schwante Schäuble doch schon vor seinem Abflug, dass er sich in Washington für die deutschen Export-Rekordüberschüsse rechtfertigen muss. Die Beamten des Finanz- und Wirtschaftsministeriums hatten den Kassenwart deshalb mit einem ausführlichen Dossier, gespickt mit Argumenten, die belegen sollen, dass die deutschen Export-Überschüsse keineswegs eine Gefahr für die Stabilität der Weltwirtschaft sind, präpariert.

Die Aktie von Cemex (8,21 Euro; 925905; US1512908898) hat die Wahl von Donald Trump bisher überraschend gut überstanden. Dazu beigetragen haben starke operative Zahlen. Für das Q4 wurde dank eines starken Heimatmarktes vor einigen Wochen ein Gewinnplus von 48% auf 214 Mio. US-Dollar gemeldet (Umsatz: -4%). Auch der Ausblick für 2017 überzeugt, obwohl der größte nordamerikanische Zementhersteller und eines der größten Unternehmen Mexikos nach erheblichem innenpolitischen Druck einen Rückzieher gemacht hat und sich zumindest nicht direkt an der Trumpschen Mauer beteiligen wird.

Eine Binsenweisheit besagt, jede Presse ist gute Presse. Dass dies in Zeiten rasanter Verbreitungskraft und Vernetzung von Social Media längst nicht mehr zutrifft, erlebt zur Zeit die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines.

Während der Goldpreis seit Ende Dezember still und leise auf bestem Wege ist sein 3-Jahreshoch bei 1 382 US-Dollar (je Feinunze) zu erklimmen, hat die Diskussion über das schwarze Gold zuletzt wieder an Intensität zugenommen. Begonnen hat alles mit den US-Luftschlägen gegen Syrien vor gut zwei Wochen. Der Ölpreis zeigte sich in den vergangenen Tagen von seiner besten Seite. Gut 6 Dollar legte der Preis für die Nordsee-Sorte Brent in den vergangenen 14 Tagen zu und liegt nun wieder bei fast 56 Dollar je Barrel.

In keinem anderen Euro-Land ist die Kritik an der extremen Niedrigzinspolitik von EZB-Präsident Mario Draghi so laut wie in Deutschland. Dabei sind die Deutschen so reich wie nie zuvor. Nach Berechnungen der Bundesbank wuchs im Schlussquartal 2016 das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland auf den Rekordwert von 5 586 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorquartal bedeutet dies einen Anstieg um 98 Mrd. Euro oder 1,8%.

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