Wirtschaft

Das klassische Duell Airbus vs. Boeing geht auf der internationalen Luftfahrtmesse im englischen Farnborough diese Woche (16. bis 22.7.) in eine neue Runde. Beim Wetteifern um die Gunst der Kunden hatten die Europäer zum Auftakt die Nase vorn. Eine Order für 80 Flieger des A320 neo im Wert von rd. 9 Mrd. US-Dollar je Flugzeug (ohne übliche Rabatte) katapultierte Airbus am ersten Tag an die Spitze des Ausstellerfelds. Für lukrative Aufträge sorgten außerdem Bestellungen der Fluglinien Starlux und Sichuan Airlines für 27 A350-Langstreckenjets sowie Vereinbarungen mit der indischen Vistara und Flugzeugfinanzierer Golden Falcon Aviation über 39 Mittelstreckenflieger vom Typ A320 neo.

Immobilienkäufer haben es derzeit nicht leicht, wenn sie den richtigen Zeitpunkt für ihre Finanzierung erwischen wollen. Der Bauzins war in den vergangenen Monaten unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Störfaktoren ausgesetzt. Strafzölle, höhere Inflation und EZB-Entscheid gingen nicht spurlos an den Kreditanbietern vorbei. So verändert derzeit etwa ING-DiBa quasi im Wochentakt den Bauzins, zuletzt am Mittwoch: Die Frankfurter Direktbank hat in allen Segmenten die Konditionen um fünf Basispunkte und in ausgewählten Finanzierungskonstellationen sogar um bis zu 15 Basispunkte gesenkt.

Die IAA ist das Highlight im deutschen Messereigen. Während die Frankfurter IAA die Herzen von Liebhabern PS-starker Sport- und Luxus-Karossen höher schlagen lässt, ist die IAA Nutzfahrzeuge ein B2B-Pflichttermin, der dieses Jahr (20. bis 27.9.) wieder in Hannover stattfindet. Wegen der tiefen Imagekratzer, die die deutsche Autoindustrie seit drei Jahren mehr schlecht als recht glattzupolieren versucht, rührt Bernd Mattes (vormals Ford-Werke Köln), der frischgebackene VDA-Präsident, schon jetzt die Werbetrommel. Als Cheflobbyist und Veranstalter der beiden IAAs sieht er die Lkw-Branche gut vorbereitet, um sich nach zwei Jahren wieder auf einer Messe zu präsentieren.

Trotz eines starken Wachstums in Regionen außerhalb Europas sind Umsätze und Ergebnisse des Schmierstoffherstellers Fuchs Petrolub im Q1 nicht so recht vom Fleck gekommen. Schuld war der Wechselkurs des Euro.

Die BASF will erstmals ohne lokalen Partner einen neuen Verbundstandort im Süden Chinas errichten. Damit zählen die Ludwigshafener zu den Ersten, die von der Öffnung Chinas profitieren. Bis zu 10 Mrd. US-Dollar könnte das Prestigeprojekt des neuen CEO Martin Brudermüller kosten. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnete er im Beisein Angela Merkels und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang. Bis auf die Verortung in der Provinz Guangdong enthält das MoU allerdings noch wenig Konkretes. Frühestens 2021 sollen erste Gelder fließen, die Fertigstellung ist bis 2026 vorgesehen. Dennoch wird der Chemieriese damit erneut seiner Vorreiterrolle gerecht.

Den deutschen Werbe- und Kommunikationsunternehmen steht ein erfolgreiches Jahr bevor. Davon geht der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA aus. „Die Konjunktur in der Werbebranche ist gut“, sagt GWA-Präsident Benjamin Minack im Gespräch mit PLATOW. Auch die Planungssicherheit sei im Vergleich zum Vj. verbessert. 2017 wurden über 26 Mrd. Euro in Werbung investiert (1% vom BIP). Die gute Lage der Branche spiegelt sich auch beim GWA selber wider. Bereits im 1. Hj. 2018 hat der Frankfurter Verband neun neue Agenturen aufgenommen, zuletzt die Gesellschaften David+Martin, DNMC, Häberlein & Mauerer und Lingner.com. Damit kommt der GWA jetzt auf insgesamt 110 Mitglieder. Wie wir hören, sind für dieses Jahr sogar weitere Neuzugänge in der Pipeline.

Europa atmet auf. Eine Eskalation des Asylstreits zwischen CDU und CSU ist von Angela Merkel wieder einmal in letzter Sekunde abgewendet worden. Wie lange der Burgfrieden mit Horst Seehofer hält, ist offen, scheinen die Unionsparteien doch vor der bayerischen Landtagswahl im Herbst kaum mehr eine gemeinsame Linie zu finden (s. S. 1). Für den Zusammenhalt des kriselnden Europa ist das Koalitions-Hickhack beim deutschen Stabilitätsgaranten eine weitere Gefahr. Treiben die vielen politischen und ökonomischen Herausforderungen die EU-Partner doch im Eiltempo vor sich her. Europa muss sich reformieren, daran besteht kein Zweifel mehr. Nur wie?

Das Jahr 2018 geht für die deutsche Automobilindustrie so turbulent weiter, wie 2017 geendet ist. Der Dieselskandal lässt die Branche nicht los. Nach Ermittlungen gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wanderte zuletzt Audi-CEO Rupert Stadler wegen seiner Beteiligung an den Manipulationen in U-Haft. Obendrein prüfen immer mehr Innenstädte die Einführung von Fahrverboten. Beides geht nicht spurlos an der erfolgsverwöhnten Branche vorbei.

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