Wirtschaft

Der deutsche Pensionskassenmarkt steht vor großen Herausforderungen. Trotz steigender Deckungsrückstellungen, Kapitalanlagen und Bruttobeiträge wird die Anzahl der Pensionskassen (PK) künftig weiter schrumpfen. Gab es 2004 hierzulande noch knapp 160 Gesellschaften, waren es 2016 nur noch 138. Von einer Konsolidierung gehen zwei Drittel der rd. 50 Teilnehmer des diesjährigen Pensionskassentags der Beratungsgesellschaft Willis Towers Watson (WTW) aus, wie ein Voting ergab. Zudem sorgten ein Stresstest und Äußerungen der BaFin für große Aufmerksamkeit in den Medien.

Erst vor wenigen Tagen bekräftigte Vorstandschef Martin Zielke auf der Commerzbank-HV sein Versprechen, für 2018 endlich wieder eine Dividende ausschütten zu wollen. Über die zu erwartende Höhe der Ausschüttung schwieg sich Zielke vor den Aktionären allerdings noch aus. Diesen Schleier lüftete zumindest ein wenig Finanzvorstand Stephan Engels bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal. Demnach hat die Commerzbank im ersten Vierteljahr 5 Cent je Aktie für die Dividende auf die hohe Kante gelegt. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr würde dies einer Ausschüttung von 20 Cent je Aktie entsprechen. Eine Kalkulation, der auch Engels einigen Charme abgewinnen kann, wie der CFO durchblicken ließ.

Der mit fadenscheiniger Begründung („Marktumfeld") auf unbestimmte Zeit verschobene IPO von Springer Nature macht das Kapitel Börsengang des Wissenschaftsverlags zu einer Never Ending Story, die nur auf den ersten Blick verwundert, auf den zweiten aber völlig klar wird.

Wenn am 25.5. die Frist zur Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) endet, hatten Unternehmen zwei Jahre Zeit, um ihre Prozesse im Umgang mit Kundendaten „up to date" zu bringen. Die EU-Reform schränkt die Nutzung und Weitergabe persönlicher Daten ein und gibt Kunden das Recht, ihre Daten löschen zu lassen. Theoretisch sinnvoll, aber praktisch kaum beachtet. Lt. IT-Branchenverband Bitkom hinkt die Gründerszene auf der Zielgeraden hinterher. Nur 9% der deutschen Startups haben die DSGVO umgesetzt. 32% beschäftigen sich jetzt erst damit. Satte 15% haben noch nichts unternommen oder wissen von nichts.

In der Welt der hochwertigen Küchen führt kein Weg an Hans Strothoff vorbei. Als kompetenter Dienstleister steht seine MHK Group mit Handelspartnern wie Musterhaus Küchen, Küchen Liga und Küchen Partner seit nunmehr 38 Jahren für Qualität und exklusives Kocherlebnis. Sein Spürsinn für gute Geschäfte hat den 67-jährigen Patriarchen weit gebracht. So weit, dass ihm auch das aktuelle Branchentief nichts anhaben kann.

Im Board von Airbus gibt es (s. PLATOW v. 28.3.) Vorbehalte gegen eine Ernennung von René Obermann zum künftigen Verwaltungsratschef. Der aktuelle Vorsitzende des Gremiums, Denis Ranque, ist zwar eigentlich noch bis 2020 bestellt. Der Bund will aber ganz im Sinne der alten deutsch-französischen Machtbalance nach dem Wechsel an der Konzernspitze, wo im April 2019 der Franzose Guillaume Faury voraussichtlich Tom Enders beerbt, möglichst bald den gerade in den Verwaltungsrat gewählten ehemaligen Telekom-Lenker Obermann auf Ranques Stuhl platzieren.

Die Banken der Automobilhersteller (BDA) reiten weiter auf einer Erfolgswelle. Mit ihren Finanzdienstleistungen brachten die beim Kölner Verband angeschlossenen zwölf Mitgliedsinstitute (34 Automarken) im vergangenen Jahr insgesamt Neufahrzeuge im Wert von 44,7 Mrd. Euro (+8%) auf die Straße – etwa zwei Drittel davon wurden von gewerblichen Kunden nachgefragt. 2017 stieg die Anzahl der Neuverträge von Neuwagen auf 1,65 Mio. (+5%). Das Vertragsvolumen (inkl. Gebrauchtwagen) erreichte mit fast 125 Mrd. Euro (+10%) den höchsten Wert aller Zeiten. Die Autobanken setzen sich auch im hart umkämpften Gebrauchtwagenmarkt immer besser durch. Mit rd. 680 000 Verträgen haben sie ihr Volumen um 13% auf 11,6 Mrd. Euro ausgebaut.

Rd. 40 Mio. Euro hat das Fintech Savedroid über die Ausgabe eigener Kryptomünzen im Rahmen eines ICO eingesammelt (s. PLATOW v. 16.1.). Kurzzeitig ließ das Team um CEO Yassin Hankir nun alle im Glauben, sich mit dem Anlegergeld abgesetzt zu haben. Die Internetseite war offline, das Management abgetaucht. Für die Kapitalgeber ein Schock, für Hankir ein cleverer PR-Stunt, hinter dem klare Message und wirtschaftliches Eigeninteresse stehen.

Seite 1 von 177