Wirtschaft

Das Blaue vom Himmel versprochen haben die Brexit-Vorkämpfer den Briten, wenn sich das Vereinigte Königreich endlich aus der Knechtschaft der EU befreit habe. Ohne das Diktat aus Brüssel könne Großbritannien wieder an die glorreichen Zeiten des Empire anknüpfen, in dem die Sonne nie untergeht, trommelten die Brexit-Ultras beim EU-Referendum. Fast 40 Jahre lang haben vor allem die konservativen Regierungen in London ihren Landsleuten eingehämmert, dass an allem Unbill Großbritanniens vor allem Brüssel schuld sei. In einem solchen Klima konnte die europäische Idee nicht gedeihen.

Die erstmalige Vollkonsolidierung des US-Saatgutriesen Monsanto sowie ein weiterhin exzellent laufendes Pharma-Geschäft haben Bayer im dritten Quartal das operative Ergebnis gerettet. 255 Mio. Euro steuerte alleine Monsanto zum Konzern-EBITDA vor Sondereinflüssen bei. Entgegen manchen Analysten-Erwartungen gelang es den Leverkusenern damit, das um Sondereffekte bereinigte Konzern-EBITDA mit 2,2 Mrd. Euro konstant (-0,1%) zu halten. Während die Pharma-Sparte ihr Ergebnis im dritten Quartal um 4,1% steigern konnte, kämpften das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien und Animal Health mit sinkenden Gewinnen (s. PLATOW Börse).

Das seit Oktober 2017 gültige Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) sollte Hass und Hetze im Netz unterbinden. Doch die Kritik am neuen Regelwerk werde immer lauter, heißt es bei der Versicherungsgesellschaft Arag. Es bedrohe die Meinungsfreiheit und mache private Online-Netzwerke zu Richtern über die Presse- und Informationsfreiheit. Während eine Reihe von  Versicherungsgesellschaften wie etwa Allianz und Gothaer mittlerweile mit Cyber-Policen für den Mittelstand werben und einen durchaus lukrativen Zukunftsmarkt wittern, geht die Arag schon seit Jahren einen völlig anderen Weg. Der in Düsseldorf beheimatete Rechtsschutzversicherer widmet sich bereits seit 2012 in verschiedenen Initiativen der Prävention und Bekämpfung von Cybergewalt.

Der Mord am saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im Istanbuler Generalkonsulat Saudi-Arabiens schlägt nicht nur international hohe Wellen, sondern hinterlässt auch in der deutschen Provinz Spuren. Nachdem die Bundesregierung wegen der Verstrickung Riads in die Tötung des Kritikers einen Lieferstopp für Rüstungsgüter in das Königreich verhängt hat, um klare Kante gegenüber den Gräueltaten zu demonstrieren, treten hierzulande die ersten Begleitumstände des Durchgreifens auf.

Weihnachten ohne Christbaum ist für viele Deutsche ein absolutes No-Go, gehört das zeremonielle Aufstellen und Schmücken der grünen Tanne im Kreise der Liebsten doch in vielen Haushalten zum festen Bestandteil des Feiertagsprotokolls. Der diesjährige Sommer mitsamt seiner Trockenheit als ständiger Begleiterin könnte dem traditionellen Festtagsablauf allerdings einen Strich durch die Rechnung machen.

Der Wahnsinn habe ein Ende, jubelte Deutz-Chef Frank Hiller, nachdem das Landgericht Saarbrücken vor eineinhalb Wochen die Prevent-Tochter Neue Halberg Guss (NHG) per Eilrechtsschutz zur sofortigen Wiederaufnahme der Belieferung des Kölner Motorenbauers mit Kurbelgehäusen und Zylinderköpfen verdonnert hatte. Die gerichtlich verhängte Lieferpflicht für NHG gilt allerdings nur bis Jahresende. Die Prevent-Tochter hat Anfang Oktober die Lieferverträge mit Deutz gekündigt und die Zulieferungen gestoppt, um ihren Forderungen nach besseren Vertragskonditionen Nachdruck zu verleihen.

Für Comdirect-Chef Arno Walter ist die Phase des Investierens noch lange nicht vorbei. Erste Erfolge seiner zweigleisigen Strategie erwartet der CEO frühestens im Laufe des nächsten Jahres. Walter will die Commerzbank-Tochter zur ersten Adresse für das Sparen, Anlegen und Handeln mit Wertpapieren machen. Gleichzeitig baut der Manager die Direktbank zum smarten Finanzbegleiter für die Generation Mobile aus. Wenig überraschend ist, dass die Investment-Offensive die Bilanz belastet. Bei Comdirect stottert der Motor derzeit etwas, wie der Aktienkurs und die Neun-Monats-Zahlen belegen (s. PLATOW Börse v. 31.10.).

Es wäre auch zu schön gewesen, wenn sich der Autozulieferer Schaeffler durch die aktuellen Marktturbulenzen erfolgreich manövriert hätte. Noch vor sechs Wochen bestätigte Klaus Rosenfeld sein Jahresziel. Jetzt muss der Schaeffler-Lenker zurückrudern und reiht sich damit in die Gruppe prominenter diesjähriger Gewinnwarner (BMW, Conti, Daimler) ein.

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