Wirtschaft

K+S-Chef Burkhard Lohr steht unter Erfolgsdruck. Viel versprochen, aber nur wenig gehalten, hat K+S in den vergangenen Jahren. Denn stets funkte irgendwas dazwischen und verhagelte den Kasselanern die Gewinnprognose. So auch 2018, als der Hitzesommer den Pegelstand der Werra dramatisch sinken ließ und es im wichtigen Werk Werra zu wochenlangen Produktionsausfällen kam.

Die Gespräche der bayerischen Sparkassen mit dem Freistaat über die BayernLB (s. PLATOW v. 11.3.) sind eine heikle Angelegenheit. Die Krise der Nord/LB, bei der Bayerns Sparkassen mit bis zu 68 Mio. Euro zur Kasse gebeten werden, hat zwar Zug in die Verhandlungen gebracht. Die Interessen beider Seiten sind aber nicht unbedingt deckungsgleich.

Ob auf den Gleisen oder im Berliner Bahn-Tower, bei Richard Lutz läuft aktuell alles schief, was schief laufen kann. Kurz vorm Wochenende sickerte aus Unternehmenskreisen durch, dass auch aus der vom Deutsche Bahn-Lenker ausgearbeiteten und mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU)besprochenen Vorstandserweiterung absehbar nichts wird (s. PLATOW v. 18.2.). Der Grund: Teile des AR mauern gegen Lutz‘ Plan, mit mehr Manpower in der Top-Etage die vielen Baustellen des kriselnden Staatskonzerns endlich in den Griff zu bekommen.

Mit ihrer als friedliches Angebot verpackten 6 Mrd. US-Dollar-Offerte an den US-Halbleiterspezialisten Versum Materials war das Top-Thema der Merck-Bilanz-PK schon im Vorfeld entschieden. Wirklich dazu äußern wollte sich CEO Stefan Oschmann am Donnerstag in Darmstadt allerdings nicht. Bohrenden Fragen begegnete der Merck-Lenker mit stoischem Schweigen.

Schon lange versucht Stefan Oschmann das Sorgenkind seines Pharmakonzerns Merck, das Spezialchemikalien-Geschäft, aufzupäppeln. Die jüngst angekündigte Übernahme des US-Halbleiterunternehmens Versum Materials sollte Abhilfe schaffen und der Performance Materials-Sparte den Schwenk zum starken Halbleiterzulieferer für die Elektroindustrie ermöglichen. Dass Oschmann mit seiner 6 Mrd. US-Dollar schweren Offerte (48 Dollar in bar je Stammaktie) abgeblitzt ist, da Versum an Fusionsplänen mit dem Spezialchemiekonzern Entegris festhalten will, hält ihn nicht davon ab, einen Übernahmekampf anzuzetteln.

Schnell verpufft ist die Twitter-Intervention von Donald Trump. Der US-Präsident beklagte, dass die Ölpreise zu hoch gestiegen seien und rief die Opec zur Mäßigung auf. Das versetzte dem Ölpreis zwar zunächst einen Dämpfer, der jedoch nicht lange anhielt. Denn das von Saudi-Arabien angeführte Öl-Kartell denkt nicht daran, die im Dezember beschlossenen Förderkürzungen rückgängig zu machen. Der saudische Energieminister Khalid al-Falih kündigte sogar an, dass die Opec und das mit ihr verbündete Russland die Förderbremse auch im zweiten Halbjahr nicht lockern werden.

Das Thema Pflegeversicherung (PV) wird in den nächsten Wochen und Monaten sowohl medial als auch im Versicherungsvertrieb an Bedeutung gewinnen. Deutschlands größter Versicherer, die Allianz, startet ab März eine groß angelegte Print- und Digital-Kampagne zur Pflegevorsorge. Dabei hat die Münchener Gesellschaft Schauspieler Dieter Hallervorden als Pflegebotschafter für ein Jahr unter Vertrag genommen.

Der Hamburger Versender Otto (heute Otto.de) feiert im August sein 70. Firmenjubiläum. Mit dem Ende des Otto-Katalogs von Gründer Werner Otto brachten seine Erben vergangenen Herbst das familiäre Fundament zum Beben. Michael Otto, Gründersohn und AR-Chef der Otto Group, ist wie sein Vater Visionär und sucht mit klarem Kompass den Weg in die Zukunft. Für die Kernmarke Otto bedeutet das eine Frischzellenkur, mit der dem rüstigen Familienunternehmen das Startup-Gen einimpft wird. Um das zu zeigen, lud das Versandhaus ins neue Headquarter in Hamburg-Bramfeld und ließ Einblicke in den künftigen Alltag zu.

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