Rhön-Klinikum setzt auf den Campus

Im Portfolio von Rhön-Klinikum: Die Uniklinik Gießen und Marburg Im Portfolio von Rhön-Klinikum: Die Uniklinik Gießen und Marburg
© Rhön-Klinikum
(03.01.2019)

Es ist zuletzt ruhiger geworden um den Klinikbetreiber Rhön-Klinikum. Die Ruhe hat Vorstandschef Stephan Holzinger genutzt, um dem kleiner gewordenen Gesundheitskonzern eine neue Strategie und eine höhere Profitabilität zu verpassen. Der gerade eröffnete „Campus“ an der Firmenzentrale in Bad Neustadt, eine „kleine Medizinstadt“ mit verschiedensten Einrichtungen auf engstem Raum, soll das Modell der Zukunft werden. Sieben weitere „Cluster“ hat er bundesweit identifiziert: Über einen neuen Standortkomplex verhandelt er aktuell, verrät uns Holzinger im exklusiven PLATOW-Gespräch.

Bei den Zentren soll es zudem nicht bleiben – die Telemedizin als vorgelagerte Stufe sei der „natürliche nächste Schritt“, das Rehabilitationsgeschäft vor Ort ein weiterer. Kooperationen oder Akquisitionen seien hier vorstellbar: „Sie werden 2019 das eine oder andere dazu von uns hören“, kündigt er an. Das notwendige Kleingeld hat das SDAX-Unternehmen, seit Firmengründer Eugen Münch rd. 40 kleinere und mittlere Kliniken verkaufte. Seither ist das Unternehmen schuldenfrei und verfügt über eine ungewöhnlich hohe Eigenkapitalquote von fast 80%.

Sichtlich Gefallen findet Holzinger an der jüngsten Ergebnisentwicklung. Das Umsatzzuwachs sei nach neun Monaten mit 2,9% auf 928,5 Mio. Euro zwar noch „eher branchenkonform“, wie er zugibt. Stolz ist der CEO aber über den deutlichen Anstieg beim EBITDA (+32% auf 102,5 Mio. Euro), durch den sich die Marge auf 11,0% verbessert hat. Auch im Gesamtjahr dürfte sie zweistellig sein, nach 8,1% im Vorjahr. Keineswegs zufrieden stimmt ihn dagegen die dümpelnde Performance der Aktie (22,14 Euro; DE0007042301). „Unbefriedigend, reflektiert nicht unsere Fortschritte“, findet der CEO. Wenig hilfreich ist dabei der geringe Streubesitz von 24,7%, denn neben Münch halten Asklepios-Chef Bernard große Broermann und B. Braun-Eigner Ludwig Georg Braun jeweils größere Aktienpakete. Zudem ist das 2019er-KGV von 34 auch schon recht ambitioniert und es gibt eine vergleichsweise magere Dividendenrendite von 1,0%. Die verbesserten Gewinnaussichten und die klare Strategie von Holzinger sollten aus unserer Sicht dem Papier aber 2019 wieder Potenzial verleihen.

Unsere Einschätzung zur Aktie von Rhön-Klinikum lesen Sie in der PLATOW Börse.