Ceconomy – Sind drei Gewinnwarnungen eine zu viel?

Für CEO Pieter Haas wird es langsam eng auf dem Chefsessel von MediaMarktSaturn-Konzern Ceconomy. Für CEO Pieter Haas wird es langsam eng auf dem Chefsessel von MediaMarktSaturn-Konzern Ceconomy.
(10.10.2018)

Wenn es schiefläuft, dann richtig – zumindest für Ceconomy. Dass das erste Gj. (per 30.9.) als eigenständiges Unternehmen nach der Aufspaltung der Metro Group im Juli 2017 keine Glanzleistung werden würde, war klar. Zwei Mal musste bereits die Gewinnprognose gekappt werden, doch selbst damit wurde die finanzielle Misere offenbar unterschätzt. Denn nun musste CEO Pieter Haas ein drittes Mal am Zahlenwerk schrauben.

Nach ersten Berechnungen werde das EBITDA im Gj. 2017/18 um 13% auf 630 Mio. Euro, das EBIT um 19% auf 400 Mio. Euro sinken. Zuvor glaubte Haas noch, wenigstens ein EBITDA von 680 bis 710 Mio. Euro und ein EBIT von bis zu 490 Mio. Euro erreichen zu können. Die Erträge der beiden Elektroketten Media Markt und Saturn seien letztlich aber deutlich unter den Erwartungen geblieben, heißt es. Hohe Weihnachtsrabatte und die Sommerflaute zehrten am Gewinn des mittlerweile in den SDAX abgerutschten Handelskonzerns.

Die dritte Hiobsbotschaft wirft ungemütliche Fragen über die Kompetenz des CEOs auf, denn die Probleme gehen über Sonnenschein und Rabatte hinaus. Hass versucht schon das ganze Jahr über, Baustellen abzuarbeiten. Damit kommt er zwar voran, überzeugt aber zu wenig: Das defizitäre Russland-Geschäft verscherbelte er an die Safmar-Gruppe. Die bröckelnde Beliebtheit der Marke Saturn in Deutschland quittierte Haas zum Unverständnis vieler mit dem Rauswurf von zwei Top-Managern, anstatt strukturelle Änderungen in Betracht zu ziehen. Immerhin, die zur Last gewordene Metro-Beteiligung wurde fast komplett an den Tschechen Daniel Kretinsky abgeben, was die Ceconomy-Kasse etwas füllte. Auf Haas‘ Kappe geht ein heftiger Kursverlust von rd. 60% seit Jahresbeginn (s. a. PLATOW Börse).

Jetzt muss der Manager beweisen, dass sein Weg langfristig aus der Krise führt und 2017/18 bestenfalls ein Übergangsjahr war. Sonst könnte er bald selbst aussortiert werden. Als nächstes muss eine Lösung für das kriselnde Schweden-Geschäft her, die besser ankommt als der Russland-Deal. Beäugt wird Haas von Großaktionären wie Haniel (25%) und Freenet (9%). Der Haniel-Clan hat sich schon von Metro getrennt und sieht auch Ceconomy nicht zwangsläufig als Beteiligung für die Ewigkeit.