Nadellas radikale Fitness-Kur für Microsoft zeigt Wirkung

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© Microsoft Stephen Brashear Getty Images
(15.08.2018)

In seinen viereinhalb Jahren als CEO hat Satya Nadella den US-Konzern Microsoft gehörig umgekrempelt. War der Software-Riese zuvor noch dem Auf und Ab des PC-Marktes ausgeliefert, so hat der gebürtige Inder den Erfinder des Office-Pakets inzwischen sehr stark auf das Cloud-Geschäft ausgerichtet.

Fast 25 Unternehmen mit Bezug zur Datenwolke hat Microsoft seit 2013 erworben: Zuletzt kam die Entwicklerplattform GitHub für 7,5 Mrd. US-Dollar hinzu, die zum Rückgrat für intelligente Cloud-Lösungen werden soll.

Nadellas Erfolg spiegelt sich zunehmend im Kurs der Aktie (108,37 Dollar; US5949181045) wider. Seit Jahresbeginn hat sie rd. 27% an Wert gewonnen. Bestätigt wurde der Aufwärts-trend des Papiers zuletzt von ausgezeichneten Q4-Zahlen (per 30.6.): Der Umsatz kletterte um 17% auf 30,1 Mrd. Dollar, während der operative Gewinn sogar um 35% auf 10,4 Mrd. Dollar anstieg. Unter dem Strich blieben 8,9 Mrd. oder 1,14 Dollar je Aktie übrig, jeweils ein Anstieg von rd. 10%. Treiber des Erfolgs ist die Cloud-Plattform Azure für Unternehmen (Umsatz: +89%). Aber auch das klassische Windows-Geschäft, wo immer noch gut ein Drittel des gesamten Umsatzes erwirtschaftet wird, konnte 17% höhere Erlöse vermelden.

Für das zum 1.7. begonnene Geschäftsjahr 2019 kündigte Nadella weitere Investitionen in Cloud-Services an. Dennoch soll die operative Marge am Ende höher als im abgelaufenen Fiskaljahr 2018 sein. Die Aktie ist trotz des jüngsten Höhenflugs mit einem 2019er-KGV von 25 nicht exorbitant teuer. Als Dividendenrendite gibt es zudem immerhin 1,7%. Allein im Q4 schüttete das Unternehmen aus Redmond im US-Bundesstaat Washington 5,3 Mrd. Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Anleger aus. Für etwas Stirnrunzeln sorgt lediglich die Meldung, dass Nadella in der vergangenen Woche Microsoft-Aktien im Wert von 36 Mio. Dollar verkauft hat. Laut Unternehmen sei das Teil seiner „normalen“ Anlagen-Diversifizierung – was glaubhaft erscheint, weil er immer noch 778 596 Aktien seines Unternehmens hält.

Unsere konkrete Einschätzung zu Microsoft finden Sie in der aktuellen Platow Börse.