Rückversicherer – Wenn die Schadensbilanz stimmt

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(30.07.2018)

2017 war für viele Rückversicherer schwierig: Etliche teure Naturkatastrophen, das schwierige Zinsumfeld und ein anhaltender Preisdruck belasteten die Branche. Dennoch schlugen sich die „Versicherer der Versicherer“ ordentlich. 2018 sehen die Voraussetzungen bislang besser aus. Nach dem gerade vorgelegten Katastrophenbericht der Munich Re gab es im 1. Hj. weltweit deutlich weniger schwere Naturkatastrophen. Die Gesamtschäden fielen dabei mit rd. 33 Mrd. US-Dollar so niedrig aus wie seit 2005 nicht mehr. Zwar steht noch die Hurrikan-Saison im 2. Hj. aus, doch vor den anstehenden Hj-Zahlen der Rückversicherer lohnt ein Blick auf die Branche.

Der Swiss Re verdarben neue Rechnungslegungsvorschriften in den USA den Jahresstart. Der Nettogewinn fiel im Q1 mit 457 Mio. US-Dollar um 30% niedriger als im Vorjahr aus. Operativ geht es dem zweitgrößten Rückversicherer aber weiter sehr gut, was auch in den Q2-Zahlen am 3.8. seinen Niederschlag finden dürfte. Wir rechnen mit einem Anstieg der Bruttoprämien um 5% auf 8,34 Mrd. Dollar und einem um 34% höheren Nettogewinn von 792 Mio. Dollar.

Die Aktie (89,60 CHF; CH0126881561) konsolidierte nach den Zahlen, sollte mit guten Q2-Ergebnissen aber wieder Auftrieb erhalten. Mit einem 2019er-KGV von 9 und einer 2018er-Dividendenrendite von 6,0% ist sie der am attraktivsten bepreiste Wert in unserer Übersicht.

Munich Re und Hannover Rück bleiben ein Kauf

Zweiter im Reigen der Quartalszahlen ist am 8.8. der weltgrößte Rückversicherer Munich Re. Schon nach den ersten drei Monaten sahen sich die Münchner mit einem Überschuss von 826 Mio. Euro auf bestem Weg, den angepeilten Jahresgewinn von 2,1 Mrd. bis 2,5 Mrd. Euro zu erreichen. Zum Halbjahr sollten nach unseren Schätzungen noch einmal 630 Mio. Euro hinzugekommen sein, so dass der Branchenprimus dann relativ gelassen auf möglicherweise höhere Schadensfälle durch die US-Wirbelstürme im 2. Hj. blicken kann. Zum Jahresende übernimmt dann Christoph Jurecka ein gut bestelltes Zahlenwerk vom freiwillig ausscheidenden CFO Jörg Schneider. Die Aktie (186,40 Euro; DE0008430026) ist mit einem 2019er-KGV von 10 und einer 2018er-Dividendenrendite von 5,1% nicht zu teuer bewertet. 

Bleibt noch die Hannover Re, die am 9.8. ihre Zahlen präsentiert. Nach einem starken Q1 dürfte die Gewinndynamik bei dem MDAX-Titel im Q2 etwas nachlassen. Wir rechnen mit einem Nettoergebnis von 228 Mio. (Vj.: 270 Mio.) Euro. Die Aktie (112,00 Euro; DE0008402215) ist mit einem 2019er-KGV von 12 und einer 2018er-Rendite von 4,5% einen Tick schlechter als die Branchenkonkurrenz bewertet. Allerdings denkt die Talanx-Tochter über eine höhere Ausschüttungsquote nach, was den Titel attraktiv hält.

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