HDI – Vom Kritiker zum „Fan“ der neuen Betriebsrente

bAV-Experte Fabian von Löbbecke rechnet in fünf Jahren mit 1. Mio. Betriebsrenten der Sorte Sozialpartnerrente bAV-Experte Fabian von Löbbecke rechnet in fünf Jahren mit 1. Mio. Betriebsrenten der Sorte Sozialpartnerrente
© HDI
(15.06.2018)

Der Markt der neuen betrieblichen Altervorsorge (bAV) ist um ein weiteres Angebot reicher. Nein, nicht etwa Branchenprimus Allianz hat endlich die Hosen runter gelassen, sondern wie von uns im PLATOW Brief v. 23.5. angekündigt hat die Talanx-Tochter HDI ihr neues Sozialpartnermodell vorgestellt. In spätestens zwei Monaten will die Gesellschaft zusammen mit der Zurich Versicherung das Produkt mit dem Markennamen „Die Deutsche Betriebsrente“ bei Gewerkschaften und Unternehmen bewerben. Im vergangenen Jahr wollte HDI noch alleine in den Markt gehen. Dass nun ein Konsortium mit der Zurich erste Wahl ist, liege daran, dass die Tarifparteien „maximale Verlässlichkeit“ wünschen, wie uns Fabian von Löbbecke, CEO der Talanx Pensionsmanagement AG und bAV-Experte bei HDI, im Gespräch sagte.

Mit einem starken Partner könne die „Ewigkeitsgarantie“ viel besser in die bevorstehenden Verhandlungen getragen werden. Grundsätzliche Bedenken beim neuen bAV-Modell hatte bis zuletzt auch von Löbbecke selber. „Ich bin mittlerweile zum richtigen Fan des Sozialpartnermodells geworden“, verriet uns der Manager. Ausschlaggebend seien eigene Berechnungen, wonach die neue Zielrente „signifikant mehr Rente“ biete als die Gesamtrente aus Garantieprodukten. Der neue bAV-Durchführungsweg beruht auf einer reinen Beitragszusage ohne Garantien, bietet aber dafür höhere Renditechancen.

Unterm Strich wagen sich bisher nur wenige Gesellschaften mit konkreten Informationen zur Positionierung bei der neuen Betriebsrente an die Öffentlichkeit. Die HDI ist der erste Anbieter dem es gelungen ist, die gesamte Wertschöpfungskette des Sozialpartnermodells am eigenen Produkt vollumfänglich aufzuzeigen, wie etwa Details zu Beratung, Risikoträger, Kapitalanlage, Verwaltung und Dienstleistungen. Demzufolge stimmen wir von Löbbeckes harter aber durchaus berechtigter Meinung zu, dass die Konkurrenz bisher „nur heiße Luft“ verbreite. Lediglich von der Wiesbadener R+V kam bislang (s. PLATOW v. 7.3.) halbwegs Brauchbares, womit die Tarifparteien etwas anfangen können. Dagegen muss sich die Debeka als Konsortialführer im „Das Rentenwerk“ – dabei sind auch Gothaer, Barmenia, HUK und Stuttgarter – noch anstrengen. So gut wie nichts bekannt ist von den Plänen der Allianz. Insgesamt wollen nach derzeitigem Stand zehn bis zwölf Versicherer, allein oder im Konsortium, beim Sozialpartnermodell (Nahles-Rente) an den Start gehen. Mit ersten Abschlüssen rechnet die HDI nicht vor Anfang 2019.