Sensoren für Chinas dreckige Luft – Paragon will massiv wachsen

Paragons Sensoren sollen chinesische Autofahrer vor der Feinstaubbelastung schützen. Paragons Sensoren sollen chinesische Autofahrer vor der Feinstaubbelastung schützen.
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(11.06.2018)

Die Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat, Paragon in eine KGaA umzuwandeln, kam bei den Aktionären Ende März gar nicht gut an. Binnen weniger Tage rauschte das Papier (63,00 Euro; DE0005558696) fast 30% nach unten. Unser damaliger Musterdepotwert wurde dadurch am 3.4. mit einem Verlust von 20,1% ausgestoppt. Das war äußerst ärgerlich, denn seither klettert die Aktie des Automobilzulieferers wieder langsam nach oben.

Und der Blick auf die operative Entwicklung zeigt, dass wir keinesfalls aufs falsche Pferd gesetzt hatten. Im Q1 erreichte Paragon einen Rekordumsatz von 34,2 Mio. Euro (+32,4%). Das EBITDA erhöhte sich mit 42,9% noch stärker und erreichte 4,8 Mio. Euro. Die Marge verbesserte sich dadurch von 13 auf 14%. Zudem gibt es an der neuen Rechtsform aus unserer Sicht wenig auszusetzen. Sie stellt sicher, dass Paragon langfristig ein Familienunternehmen bleibt, aber künftiges Wachstum nicht an der Bereitschaft der Familie um Gründer Klaus Dieter Frers scheitert, bei Kapitalmaßnahmen mitzuziehen.

Am vergangenen Donnerstag vermeldeten die Delbrücker dann einen Großauftrag aus China mit einem anfänglichen Volumen von 26 Mio. Euro. Der Daimler-Großaktionär Geely ordert bei Paragon über eine Laufzeit von sieben Jahren Partikelsensoren, die die Feinstaubbelastung im und außerhalb des Autos messen und die Umluftklappen steuern. Los geht‘s für eine erste Modellplattform in der zweiten Hälfte 2020. Im Jahr darauf könnte eine weitere Plattform folgen, wodurch sich das Volumen verdoppeln und die Laufzeit verlängern würde. Frers will aber nicht nur organisch wachsen. Die M&A-Pipeline sei gefüllt, verrät er uns auf einer Kapitalmarktkonferenz in Frankfurt. Dadurch könne der Konzern in eine ganz neue Größenordnung vordringen. 175 Mio. Euro sollen 2018 beim Umsatz erreicht werden. Das eingeplante Investitionsvolumen von 35 Mio. Euro umfasst noch keine Mittel für Akquisitionen.

Eine konkrete Einschätzung zur Paragon-Aktie finden Sie in der aktuellen PLATOW Börse.