Uniper-HV – E.ON duckt sich weg

Noch ist der Anteilsverkauf an Fortum für E.ON noch nicht vollends abgeschlossen. Einer Konfrontation mit Uniper-Chef Schäfer geht Johannes Teyssen auf der HV daher elegant aus dem Weg.   Noch ist der Anteilsverkauf an Fortum für E.ON noch nicht vollends abgeschlossen. Einer Konfrontation mit Uniper-Chef Schäfer geht Johannes Teyssen auf der HV daher elegant aus dem Weg.
© E.ON
(06.06.2018)

Bis zuletzt hatte sich Johannes Teyssen bedeckt gehalten, wie Noch-Großaktionär E.ON bei der Uniper-HV am heutigen Mittwoch (6.6.) auf den Antrag zur Einsetzung eines Sonderprüfers reagieren würde. E.ON hat seinen Restanteil an Uniper (46,7%) zwar bereits an die finnische Fortum verkauft, die Transaktion ist aber wegen noch fehlender Kartellfreigaben noch nicht abgeschlossen. Auf der HV verfügt deshalb noch E.ON über die Stimmrechte bei der Ex-Tochter. Wie am Vortag des Aktionärstreffens durchsickerte, will E.ON den Antrag auf Sonderprüfung vertagen lassen, ebenso wie die Entlastung des Uniper-Vorstands um Konzernchef Klaus Schäfer. Damit entzieht sich Teyssen elegant einer erneuten Konfrontation mit Schäfer, der den vom E.ON-Chef eingefädelten Anteilsverkauf an die Finnen als Treuebruch ansieht.

Hinter der Sonderprüfung wird der als besonders aggressiv geltende US-Hedge Fund Elliott von Paul Singer vermutet, der mit diesem Schachzug den Druck auf Schäfer erhöhen will. Singer wettet offensichtlich auf ein neues, höheres Übernahmeangebot zur Mehrheitsübernahme von Uniper durch Fortum. Die Finnen haben zwar stets bestritten, bei Uniper eine Mehrheit anzustreben. Doch glauben will ihnen das kaum jemand, auch Schäfer nicht. Die russischen Kartellbehörden hatten die Freigabe für die Fortum-Transaktion nur unter der Auflage erteilt, dass sich die Finnen mit einem Anteil von weniger als 50% an Uniper begnügen. Diese Auflage lässt sich nur mit Unterstützung des Uniper-Vorstands aushebeln.