ING-DiBa – Kooperation mit Smartsteuer wird keine Erfolgsstory

Kostenloses Online-Steuerprogramm Elster erschwert Partnerschaft von ING-DiBa und Smartsteuer. Kostenloses Online-Steuerprogramm Elster erschwert Partnerschaft von ING-DiBa und Smartsteuer.
© ING-DiBa
(13.04.2018)

Gerne präsentiert sich die ING-DiBa als Vorreiter sinnvoller, smarter und zukunftsweisender Ideen im Banking. Beispiele dafür sind die Partnerschaft mit dem Online-Vermögensverwalter Scalable Capital sowie die eigene Immobilienbewertungs-App „ImmoWert2Go“ für die Baufinanzierung. Derzeit arbeitet Deutschlands drittgrößte Bank mit insgesamt 14 Fintechs zusammen. Doch die jetzt eingegangene Kooperation der ING-DiBa mit dem Hannoveraner Fintech Smartsteuer ist zum Scheitern verurteilt.

Mit der digitalen Lösung von Smartsteuer können 2,1 Mio. Girokonto-Inhaber der Frankfurter Direktbank ab sofort ihre Steuererklärung einfach und schnell online erledigen. Zahlen müssen Nutzer dafür knapp 25 Euro bei Übermittlung der Steuerdaten an das Finanzamt. Dabei ist die ING-DiBa „in angemessener Höhe“ an den Umsätzen beteiligt, hören wir von einem Smartsteuer-Sprecher.

Viel verdienen wird ING-DiBa mit dieser Partnerschaft langfristig allerdings nicht. Die Zahl der elektronischen Steuererklärungen nimmt bundesweit zu. 22,1 Mio. Steuerzahler erklärten nach Angaben des Digitalverbands Bitkom 2017 ihre Einkommenssteuer über den kostenlosen Online-Dienst Elster, einem Angebot des Bayerischen Landesamts für Steuern. 2017 wurde das Elster-Portal überarbeitet, um noch mehr Bürger dafür begeistern zu können – mit Erfolg. Zum Vergleich: 2012 nutzten diesen Service nur etwa 12 Mio. Menschen. Bei Smartsteuer hingegen dürfte die Gewinnung neuer Kunden immer schwieriger werden.

Nach eigenen Angaben wurden über die hauseigene Software seit 2010 über 500 000 Steuererklärungen abgegeben. Wie sich die Nutzerzahlen konkret in den vergangenen drei Jahren entwickelt haben, wollte das Unternehmen nicht verraten. Für ING-DiBa-Chef Nick Jue dürften die nicht so rosigen Zukunftsaussichten beim neuen Kooperationspartner erstmal keine große Rolle spielen. Der Schritt unterstreicht jedoch die Strategie der Bank, erster Ansprechpartner bei allen Finanzfragen sein zu wollen.