Luxustitel – Wie Felsen in der Börsenbrandung

Mit Prunk zum Börsenhit. Luxus sells. Mit Prunk zum Börsenhit. Luxus sells.
(12.04.2018)

eit Februar feiert die Volatilität ihr großes Comeback an den Börsen (s. PLATOW Börse). Handelskriege, ein bitterböse twitternder US-Präsident und steigende Zinsen sorgen für Turbulenzen. Gänzlich unbeeindruckt von der Schaukelbörse zeigt sich der Luxussektor. Im Reich von LVMH und Kering ist derzeit tatsächlich alles Gold, was glänzt. Weder die Hersteller, noch die gut betuchte Kundschaft stören sich am Zickzack der Börsen, bisher.

Das könnte sich ändern, sollten etwa die US-Sanktionen gegen russischen Oligarchen fruchten. Auch sie gehören zum reichen Kundenstamm der Luxushäuser. Doch noch herrscht Goldgräberstimmung. So schraubten sich LVMH und Kering auf Allzeithochs bei 275,25 resp. 427,70 Euro. Seit Jahresstart liegen sie satt im Plus (LVMH +13,5%; Kering +11,3%). Branchenkollege Richemont kann die Dynamik im Luxussegment an der Börse noch nicht vergolden (-1,8% seit Jahresbeginn). In wichtigen Markt Europa drückte zuletzt der starke Franken auf das Geschäft der Schweizer. Umso eindrucksvoller Swatch mit +8,9%.

Die Konglomerate sind die Gradmesser der Luxusindustrie. Geht es ihnen gut, geht es der gesamten Branche gut. Die Liebe zu teurem Glanz und Glamour, gepaart mit dem nötigen Kleingeld, das immer mehr (auch junge) Kunden in der Tasche haben, spült den Luxushäusern die Kassen voll. Besonders die wachsende Oberschicht Chinas zählt zu den Profittreibern: Sie macht lt. einer Studie von Bain & Company gut 32% des weltweiten Luxusumsatze aus, der 2017 auf rd. 262 Mrd. Euro kletterte (+5%). Ein Erfolg, der mit ins neue Jahr wandert. LVMH überraschte zum Q1 mit einem Umsatzsprung von 10% auf rd. 11 Mrd. Euro. Mit Blick auf die erfolgreiche Power Brand Gucci, die zuletzt 60% des Spartenumsatzes beisteuerte, wird auch von Kering ein brillanter Jahresauftakt erwartet (24.4.). Zur Freude der Anleger setzen beide Konzerne zudem auf eine strategische Neuordnung. LVMH rekrutiert namhafte Modeschöpfer für die Marken wie Berluti, Céline und Dior Homme und Kering mistet alles aus, was nicht Luxus in Reinkultur ist. Nach Puma soll nun die Lifestyle-Marke Volcom verkauft werden.