Low-Coster – Das Geschäft brummt

Low-Coster – Das Geschäft brummt
© EasyJet
(10.04.2018)

Dass die Flugbranche nach Jahren der Krise den Turnaround geschafft hat und sich meisterlich im Aufwind hält, zeigt nicht nur die starke Position von Europas Branchenprimus Lufthansa. Vor allem der Low-Coster-Bereich brummt. Und das, obwohl die Aushängeschilder unter den Billigairlines, Ryanair und Easyjet, einige Bremsklötze am Bein haben.

Ryanair-Chef Michael O‘Leary steckt im unschönen und bitterbösen Tarifclinch mit Piloten und Crew. Pünktlich zu Ostern eskalierte der Streit und bescherte den Iren den ersten Kabinenstreik. Den Wind aus den Segeln hat dies Ryanair aber (noch) nicht nehmen können. Im März verbuchte der Low-Coster einen Passagieranstieg von 6% auf 10 Mio. Fluggäste (29 Mio. seit Jahresbeginn). Damit verbuchte Ryanair fast das Doppelte an Wachstum als Rivale Easyjet. Doch auch das Passagierplus der Briten auf 6,5 Mio. Fluggäste (+3,4%) kann sich sehen lassen (17,2 Mio. seit Jahresbeginn).

Wie viel vom florierenden Reisegeschäft in diesem Gj. in den Bilanzen der Low-Coster ankommt, bleibt allerdings abzuwarten, haben doch beide Airlines kostenintensive Baustellen zu beackern. Easyjet steckt inmitten einer Neustrukturierung. Um die Folgen des Brexit abzufedern, haben die Briten jüngst eine Zentrale in Wien für die neue Tochter Easyjet Europe eröffnet. Von dort aus soll das komplette Kontinentalgeschäft gelenkt werden, ausgenommen die in UK stationierten Flieger. Indes muss Ryanair für Tariffrieden mit der Bordbelegschaft sorgen. Vor allem zwischen Management und Piloten tobt ein Machtkampf um fairere Arbeitsbedingungen. Es geht um mehr als die üblichen Lohn-Zankereien. Entweder einigt sich das Management auf einen Tarifvertrag, es wäre der erste für die Airline, oder aber Ryanair muss mit weiteren Arbeitskämpfen rechnen. Beides dürfte für O‘Leary teuer werden.