Beim DWS-IPO hilft Anlegern das nervöse Marktumfeld

Die Deutsche Bank hat ihre Tochter an die Börse gebracht. Die Deutsche Bank hat ihre Tochter an die Börse gebracht.
© Deutsche Bank AG
(19.03.2018)

Der Börsengang der DWS läuft nach unseren Informationen ordentlich. Am ersten Tag der Zeichnungsfrist für den Vermögensverwalter der Deutschen Bank war das Orderbuch nach nur sechs Stunden einmal vollständig gezeichnet. Es habe sich ein reges Interesse über die komplette Preisspanne ergeben, erfahren wir. Bis zum 21.3. können Privatanleger Aktien der DWS (32,40 Euro im Handel per Erscheinen; DE000DWS1007) zeichnen, institutionelle Anleger haben sogar noch einen Tag länger Zeit. Der Platzierungspreis wird am 22.3. festgelegt, die Handelsaufnahme ist für den 23.3. vorgesehen.

Bis zu 50 Mio. Aktien will die Deutsche Bank in einer Preisspanne von 30,00 bis 36,00 Euro platzieren. Wie von uns erwartet (vgl. PB v. 12.3.) hat sich der japanische Lebensversicherer Nippon Life mit rd. 10 Mio. Aktien etwa 5% des Angebots gesichert. Zudem kündigte der Finanzinvestor Tikehau Capital nach Beginn der Zeichnungsfrist an, Aktien im Wert von 250 Mio. Euro zu erwerben. Je nachdem, zu welchem Preis und Umfang das Gebot von den Konsortialbanken akzeptiert wird, könnten die Franzosen zwischen 3,5 und etwas mehr als 4% des Platzierungsvolumens erhalten. Nach unseren Berechnungen hat die DWS damit schon etwa 17,5 Mio. der 50 Mio. Aktien sicher platziert. Und die Beteiligung der beiden Investoren hat noch einen zweiten Vorteil für die Frankfurter: Nippon Life hilft der DWS auf dem bislang eher schwach abgedeckten Absatzmarkt Asien/Pazifik, wo die Deutschen bislang nur etwa 5% ihrer verwalteten Kundenvermögen haben; Tikehau wiederum bringt Expertise im Bereich Alternative Investments ein, der bei der DWS bislang ebenfalls nicht sonderlich stark ausgeprägt ist.

Die Bewertung der Aktie hängt natürlich vom tatsächlichen Platzierungspreis ab. Am oberen Ende der Preisspanne erscheint uns das Papier angemessen bewertet, am unteren Ende dagegen sehr attraktiv. Angesichts des derzeitigen Marktumfelds, das eher für die Anleger und weniger für die Emittenten günstig ist, gehen wir bei unserer Bewertung von einer Zuteilung in der Mitte der Preisspanne bei etwa 33,00 Euro aus. Laut Börsenprospekt rechnen die Frankfurter damit, 2018 zwar das verwaltete Vermögen von derzeit rd. 702 Mrd. Euro steigern zu können. Weil die internationalen Finanzmärkte aber 2018 schlechter als im vergangenen Jahr laufen sollten, dürften wegen niedrigerer Performance-Gebühren die 2017er-Erlöse von etwa 2,5 Mrd. Euro nicht ganz erreicht werden. Wir kalkulieren konservativ mit einem Gewinn je Aktie von 3,00 Euro (2017: 3,17 Euro), so dass sich bei einem Platzierungspreis von 33,00 Euro ein KGV von 11 ergibt. Werden wie angekündigt zwischen 65 und 75% des Gewinns als Dividende ausgeschüttet, errechnet sich in der Mitte dieser Spanne mit 2,10 Euro eine Dividendenrendite von etwa 6,7%. Das wären im Vergleich zum wichtigsten Konkurrenten Amundi (KGV: 14; Rendite: 3,8%) keine schlechten Kennziffern.

Wie sich Anleger bei der Aktie der Deutsche Bank-Tochter verhalten sollten, lesen Sie in der aktuellen PLATOW Börse.