Schwergewichtler drängen aufs Parkett

Bullishe Zeiten auch für die Töchter der beiden DAX-Konzerne? Bullishe Zeiten auch für die Töchter der beiden DAX-Konzerne?
© Thomas Lehnacker www.pixelio.de
(13.03.2018)

Vom aktuell guten Umfeld für Börsengänge wollen v. a. die „großen Brocken“ profitieren. Die jüngste Marktkorrektur hat aber auf die Euphorie-Bremse getreten und sorgt dafür, dass die Börsen-Neulinge wohl angemessen gepreist daherkommen. Wir werfen heute einen Blick auf die Siemens-Tochter Healthineers und den Deutsche Bank-Ableger DWS.

Bis zum 15.3. können Anleger die Healthineers-Aktie in der Spanne von 26,00 bis 31,00 Euro zeichnen. Mit 150 Mio. Aktien will Siemens etwa 15% des Medizintechnikers platzieren, deutlich weniger als zunächst vermutet. Ein Blick in den Börsenprospekt verrät, dass die Münchner nach der 180-Tage-Haltefrist nachlegen dürften: Die Siemens Beteiligungs-Verwaltungs GmbH hält 32,38% der Anteile, die Mutter den Rest.

Healthineers erwirtschaftete mit drei Geschäftsfeldern im Gj. 2017 (per 30.9.) einen Umsatz von rd. 14 Mrd. Euro, wobei deutlich mehr als die Hälfte wiederkehrende Erlöse sind. Bei einem bereinigten EBITDA von fast 3 Mrd. Euro ist das Geschäft mit einer Marge von rd. 18% hochprofitabel und soll es auch bleiben: Laut Prospekt werden 2018 ein Umsatzwachstum von 3 bis 4% und eine Rendite von 17 bis 18% angestrebt. Mittelfristig sollen die Erlöse um 4 bis 6% steigen, wobei nach unseren Berechnungen eine Marge von etwas über 20% anvisiert wird.

Das Unternehmen ist damit verglichen mit Mitbewerbern wie Philips (31,87 Euro; NL0000009538) und Medtronic (82,21 US-Dollar; IE00BTN1Y115) gut positioniert. Sollte die Aktie (35,00 Euro im Handel vor Erscheinen; DE000SHL1006) am oberen Ende der Spanne kommen, ist sie mit einem KGV von 20 (Philips: 19; Medtronic 17) und einer Dividendenrendite von 2,3% (Philips: 2,5%; Medtronic: 2,1%) ordentlich bewertet. 

Bislang ist für den Vermögensverwalter DWS nur das IPO „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ bestätigt. Nach PLATOW-Informationen gibt es am Sonntag (11.3.) Details zu Zeichnungsfrist und Preisspanne, am Montag (12.3.) sollte der Börsenprospekt eine detaillierte Bewertung ermöglichen. Erwartet wird, dass mit 25% der Anteile bis zu 2 Mrd. Euro erlöst werden. Die DWS ist mit ihrem verwalteten Vermögen von 702 Mrd. Euro in einem hart umkämpften Markt tätig. Der europäische Konkurrent Amundi (64,64 Euro; FR0004125920) verwaltet das Doppelte an Kundengeldern, der Branchenprimus Blackrock (553,39 Dollar; US09247X1019) spielt mit 6,3 Billionen Dollar in einer eigenen Liga. Die DWS weist dabei eine höhere Kostenbasis aus (pro verdientem Euro gibt sie etwa 72 Cent aus, Amundi kommt auf rd. 52 Cent), will aber mit einer Verwaltungsgebühr-Marge von mindestens 30 Basispunkten etwa doppelt so profitabel sein wie die Franzosen.

Auch die Dividende dürfte Anleger locken: 65 bis 75% des Gewinns sollen ausgeschüttet werden; bei Amundi sind es 65%, bei Blackrock gar nur 50%. Eine seriöse Bewertung der DWS-Aktie ist erst möglich, wenn Details zu Preisspanne und Aktienzahl vorliegen. Blackrock (KGV von 19, Dividendenrendite 1,8%) und Amundi (KGV 14, Rendite 3,8%) bilden dabei den Rahmen. Interessant ist die Aktie auf jeden Fall: Der japanische Lebensversicherer Nippon Life will beim IPO mit von der Partie sein, auch wenn das Paket nach PLATOW-Informationen wohl eher bei 5% als den bislang spekulierten 10% liegen dürfte.