Stada – Gürtel enger schnallen für mehr Investitionen

Um die Bad Vilbeler wieder auf Spur zu bringen, kappt Interimschef Claudio Albrecht die Stada-Dividende für 2017. Um die Bad Vilbeler wieder auf Spur zu bringen, kappt Interimschef Claudio Albrecht die Stada-Dividende für 2017.
© STADA Arzneimittel AG
(09.03.2018)

Für einen Übergangschef hat Stada-Vorsteher Claudio Albrecht ein ziemlich ehrgeiziges Investitionsprogramm angekündigt, um den Bad Vilbeler Arzneimittel-Hersteller bis 2023 zur europäischen Nummer drei und weltweit zum fünftgrößten Generika-Konzern zu machen. Umsetzen muss die neue Strategie allerdings Albrechts designierter Nachfolger Peter Goldschmidt, der Ende September das Ruder bei Stada übernehmen wird.

Investieren will Albrecht vor allem in neue Technologien, um auch komplexere Nachahmer-Arzneien anbieten zu können, und in neue Märkte wie die USA, den Mittleren Osten und Asien. Zudem will der Stada-Chef einen Klinik-Außendienst aufbauen und die Marketingaktivitäten in den sozialen Netzwerken verstärken. Dazu soll das Investitionsbudget von derzeit 6% des Umsatzes auf 8% steigen.

Zur Finanzierung der Investitionsoffensive sowie möglicher Akquisitionen will sich Stada allerdings nicht allein auf die tiefen Taschen der neuen Mehrheitseigentümer Bain und Cinven verlassen. Albrecht kündigte deshalb eine drastische Dividenden-Kürzung auf 11 Cent und ein Effizienzprogramm an, das bis 2020 Einsparungen von mehr als 100 Mio. Euro bringen soll. Trotz Führungsquerelen und der Hängepartie um die Übernahme konnte Stada 2017 den Umsatz um 8% auf 2,3 Mrd. Euro steigern.

Der ausgewiesene Nettogewinn sank allerdings auf Grund von Sonderbelastungen im Zusammenhang mit der Übernahme (130 Mio. Euro) um 1% auf 85,3 Mio. Euro. Für 2018 erwartet CFO Mark Keatley Erlöse von etwa 2,5 Mrd. Euro und ein bereinigtes EBITDA von rund 480 Mio. Euro nach 433,9 Mio. Euro (+9%) im Vorjahr.