Nikon – Vormacht der Smartphones schadet dem Geschäft

Smartphones machen dem Kamerahersteller Nikon das Leben schwer. Smartphones machen dem Kamerahersteller Nikon das Leben schwer.
©Nikon
(30.11.2017)

Der Albtraum eines jeden Kameraherstellers ist für den japanischen Konzern Nikon nun Realität geworden. Das Unternehmen musste Anfang November quasi von heute auf morgen ein Werk in der chinesischen Provinz Jiangsu schließen. Grund dafür ist nach eigenen Angaben der stark fallende Absatz von Kompaktkameras. Der ausschlaggebende Faktor für die Rückgänge: die Smartphones.

Dessen integrierte Kameras werden von Generation zu Generation immer besser und damit sinkt die Nachfrage nach Kompaktkameras drastisch. Zudem ist ein Smartphone als ein All-in-One Gerät praktischer als zwei verschiedene Geräte nebeneinander. Die Schließung gilt als Teil des von Nikon im vergangenen November bekanntgegebenen Umstrukturierungsplans und kostet das Unternehmen rd. 2 300 Arbeitsplätze bzw. 7 Mrd. Yen, was etwa 53 Mio. Euro entspricht. All das passiert in einem Jahr, wo Nikon sein 100-jähriges Bestehen feiert. Dennoch betreiben die Japaner eine Art Schadensbegrenzung und geben Entwarnung: Es seien keine weiteren Schließungen geplant und der Konzern arbeite daran, die Geschäftsaktivitäten in China aufrecht zu erhalten und diese sogar noch auszubauen.

Die Geschäftszahlen für das am 30.9. beendete Hj. lassen aber zu wünschen übrig. Der Umsatz belief sich auf 328,4 Mrd. Yen, etwa 4,5% weniger als die 343,8 Mrd. Yen aus dem Vj.-Zeitraum. Der operative Gewinn musste ebenfalls mit 23 Mrd. Yen ggü. den 27,1 Mrd. Yen aus dem Vj. kräftig Federn lassen. Die Prognosen wurden jedoch übertroffen. Der operative Gewinn, EBIT als auch die Dividenden-Rendite fielen höher aus als erwartet. Die Dividende stieg von 12 auf 14 Yen. Die Aktie (16,37 Euro; 853326; JP3657400002) rauschte daraufhin kurzzeitig in die Höhe, korrigierte jedoch schnell wieder. Unklar ist jedoch weiterhin, wie Nikon in Zukunft mit der Smartphone-Konkurrenz umgehen will und inwiefern das Umstrukturierungsprogramm Früchte tragen wird. Wir bleiben skeptisch. Eine aktuelles Votum zur Aktie finden Sie in unserem Emerging Markets-Brief.