Deutsche Autozulieferer legen Jahresendspurt hin

Vielen Zulieferern ist die Umstellung auf Elektroautos gelungen Vielen Zulieferern ist die Umstellung auf Elektroautos gelungen
© Pixelio.de
(27.11.2017)

Die große Frage, die den Automobilsektor derzeit bewegt, ist die nach dem Antrieb der Zukunft. Der Lithium-Ionen-Akku gilt als Übergangstechnologie. Und dann? Kommt die Feststoffbatterie? Oder doch noch die Brennstoffzelle? Zumindest eines scheint festzustehen: Der Verbrennungsmotor befindet sich noch nicht auf dem absteigenden Ast. Volkswagen und Daimler wollen bis zum Jahr 2025 etwa ein Viertel ihrer Flotte mit reinem Batterie-Antrieb anbieten. BMW setzt sich das gleiche Ziel, rechnet allerdings auch Hybride mit ein, die nach wie vor auch die alte Antriebstechnik nutzen. Zum Museumsstück wird der Verbrennungsmotor also (noch) nicht.

Doch nicht nur die Autobauer sind vom Wandel des Sektors betroffen, auch die Zulieferer müssen sich umstellen. Sehr gut gelungen ist das Continental. Der Konzern scheint auf die richtigen Pferde zu setzen. Im Q3 stieg der Umsatz um 8% und damit deutlich schneller als der globale Referenzmarkt für die Produktion von Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit 2%. Von Januar bis September erhöhte das DAX-Mitglied seine F&E-Investitionen im Vergleich zum Vj. um 9% auf 2,4 Mrd. Euro, die Erlöse legten ebenfalls um 9% auf 32,7 Mrd. Euro zu, das EBIT erreichte 3,3 Mrd. Euro (+14,5%). Bis Jahresende peilt der Vorstand einen wechselkursbereinigten Umsatz von rd. 44 Mrd. Euro an. Damit ist Continental nach schwachen Hj.-Zahlen (vgl. PB v. 7.8.) wieder in der Spur. Das gilt auch für die Aktie (217,15 Euro; DE0005439004) die wir im Sommer auf Halten abstuften. Seit September legte sie gut 14% zu.

U. a. wegen hoher Vorleistungen bei der E-Mobilität kam Schaeffler im Jahresverlauf gewaltig unter die Räder (vgl. PB v. 28.6.). Inzwischen konnte sich der MDAX-Konzern aber wieder fangen und steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten auf 10,5 Mrd. Euro (+5%), wobei die Wachstumsdynamik im Q3 zugenommen habe, so die Herzogenauracher. Die EBIT-Marge stieg wieder an und erreichte 12,1%. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Klaus Rosenfeld weiter mit einem Umsatzwachstum von 4 bis 5% und einer EBIT-Marge zwischen 11 und 12%. Die Aktie (14,20 Euro; DE000SHA0159) hat ihr Tal ebenfalls durchschritten, unseren Stoppkurs bei 11,30 Euro dabei nicht gerissen und kletterte seit Mitte August ordentliche 25%. Mit einem 2018er-KGV von gut 8 ist das Papier zudem attraktiv bewertet.

Keine Probleme mit dem Branchenwandel dürfte Leoni haben. Die Kabel und Kabelsysteme, die der MDAX-Konzern herstellt, dürften künftig noch stärker nachgefragt werden. Starke Q3-Zahlen (Umsatz: +9,7% auf 3,6 Mrd. Euro; EBIT: +49,2% auf 183,1 Mio. Euro) führten zu einer Anhebung der 2017er-Guidance. Die Erlöse sollen statt 4,6 Mrd. nun 4,8 Mrd. Euro erreichen, das EBIT 220 Mio. (bisher 190 Mio. bis 210 Mio. Euro). Mit Arrow hat Leoni zudem kürzlich einen neuen Absatzpartner für die EMEA-Region gefunden. CEO Dieter Bellé, der zum 31.1.18 vorzeitig aus dem Unternehmen ausscheidet, kann also erhobenen Hauptes gehen. Die Aktie (61,25 Euro; DE0005408884) markierte zu Wochenbeginn ein neues Allzeithoch bei 63,99 Euro und ist mit einem 2018er-KGV von 14 längst nicht zu teuer.

Konkrete Empfehlungen zu den einzelnen Zulieferer-Aktien finden Sie in der aktuellen PLATOW Börse.