Razzia bei der Commerzbank – Der lange Schatten der Dresdner Bank

Commerzbank-Zentrale in Fankfurt rückt ins Visier der Staatsanwaltschaft Commerzbank-Zentrale in Fankfurt rückt ins Visier der Staatsanwaltschaft
©Commerzbank AG
(13.11.2017)

Mit der Übernahme der Dresdner Bank 2008 hatte sich die Commerzbank auch viele Altlasten eingefangen. Eine davon verfolgt die Commerzbank bis heute, die von der Dresdner Bank im großen Stil betriebenen Cum/Ex-Geschäfte mit Steuergutschriften im Zusammenhang mit Aktien-Deals rund um den Dividenden-Stichtag.

Diese Geschäfte der Dresdner Bank wurden damals bei der Übernahme zwar eingestellt, bei einer von der Commerzbank Ende 2015 angestoßenen Untersuchung sämtlicher Aktiengeschäfte zwischen 2003 und 2011 kam jedoch heraus, dass auch die Commerzbank bei Cum/Ex mitgemischt hat. Den Untersuchungsbericht erhielt ebenfalls die Staatsanwaltschaft. All das ist schon länger bekannt. Doch wie erst jetzt durchsickerte, durchsuchte die Staatsanwaltschaft am vergangenen Dienstag die Commerzbank-Zentrale sowie mehrere Wohnungen. Dabei nahmen die Ermittler Cum/Ex-Transaktionen der Commerzbank 2006 bis 2010 ins Visier, die einen Steuerschaden von rund 40 Mio. Euro verursacht haben sollen. Zudem interessierten sich die Staatsanwälte auch für die Altfälle aus der Dresdner Bank-Zeit, durch die dem Fiskus 75 Mio. Euro entgangen sein sollen. Auch bei einer anderen Spielart des Dividenden-Strippings, den so genannten Cum/Cum-Geschäften, hat die Commerzbank in ihrem Q3-Report eine Neubewertung vorgenommen, die zu einer Rückstellung von immerhin 10,5 Mio. Euro geführt hat.