Post-Chef Appel – Keineswegs ein Schönwetter-Kapitän

Frank Appel hat das Ruder bei der Deutschen Post fest im Griff. Frank Appel hat das Ruder bei der Deutschen Post fest im Griff.
© Deutsche Post DHL Group
(10.08.2017)

Aktienkurs sowie operativer Gewinn auf Rekordhoch und die Jahresziele fest im Blick. Für Post-Chef Frank Appel könnte es derzeit kaum besser laufen. Bei der Präsentation des Zahlenwerks für das zweite Vierteljahr, dem mittlerweile siebten Quartals-Bestwert in Folge, zeigte sich Appel mit dem bisherigen Jahresverlauf denn auch „sehr zufrieden“. Beschert der Siegeszug des Online-Handels dem Bonner Logistik-Konzern doch stetig wachsende Umsätze und Ergebnisse. Entsprechend stieg der Konzernerlös im zweiten Quartal um 4,4% auf 14,8 Mrd. Euro, das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich sogar um 11,8% auf 841 Mio. Euro und der Konzerngewinn wuchs um 11,3% auf 602 Mio. Euro.

Ein Selbstläufer ist der gelbe Riese dabei aber keineswegs. Das musste Appel zuletzt im Krisenjahr 2015 schmerzhaft erfahren. Ein gescheitertes IT-Projekt in der Frachtsparte, Probleme bei der Umstrukturierung des Bereichs Lager- und Logistikdienstleistungen (Supply Chain) sowie ein Verdi-Streik zwangen damals Appel, die Gewinnprognose mehrfach nach unten zu korrigieren. Ein herber Rückschlag für den erfolgsverwöhnten Post-Vorsteher, der sich gern damit brüstet, seine Gewinn-Versprechen stets einzuhalten. Doch Appel ließ sich nicht beirren. Beherzt übernahm er zeitweise selbst die Leitung der Fachtsparte, um das Computer-Chaos zu entwirren, und dem Sorgenkind Supply Chain verordnete der Post-Chef ein strammes Optimierungsprogramm.

Mittlerweile hat Appel alles wieder fest im Griff. Dank des erfolgreich umgesetzten Effizienzprogramms wuchs das operative Ergebnis von Supply Chain im zweiten Quartal um 21,6% auf 124 Mio. Euro. Die Frachtsparte konnte ihren Umsatz um 5,5% erhöhen und den Gewinn bei 67 Mio. Euro stabilisieren. Gestiegene Frachtraten, die nur verzögert an die Endkunden weitergegeben werden können, verhinderten ein besseres Ergebnis. Das könnte sich aber schon im zweiten Halbjahr ändern. An seinem Ausblick für das Gesamtjahr 2017 hält Appel denn auch unverändert fest. Demnach soll das Konzern-EBIT auf 3,75 Mrd. nach 3,5 Mrd. Euro im Vorjahr steigen. Unsere Einschätzung der Aktie Gelb lesen Sie in der PLATOW Börse.