Biotech-Sektor hat das Tal durchschritten

Biotech-Unternehmen geben Rekordsummen für F&E aus Biotech-Unternehmen geben Rekordsummen für F&E aus
© Markus Vogelbacher www.pixelio.de
(17.07.2017)

In den vergangenen beiden Jahren wurden Biotech-Aktionäre wahrlich nicht verwöhnt. 2016 hat sich das Wachstum der Branche weltweit verlangsamt, wie aus dem „Global Biotech Report 2017“ von EY hervorgeht. Die Erlöse der börsennotierten Biotech-Konzerne in den USA und Europa stiegen um nur noch 7% – der zweite Wachstumsrückgang in Folge. Damit sollte das Tal jedoch durchschritten sein, denn die F&E-Ausgaben der Branche – ein Schlüsselindikator für die Zukunftsaussichten – erreichten trotz Wachstumsdelle 2016 mit 45,7 Mrd. US-Dollar einen neuen Rekordwert. Ein weiteres Zeichen für das Ende der zweijährigen Konsolidierung liefert der Nasdaq Biotech Index. Er durchbrach Ende Juni einen einjährigen Widerstand und setzte damit ein Kaufsignal.

Davon profitieren sollte vor allem BB Biotech. Mit ihrem breiten Portfolio schafft es die Schweizer Beteiligungsgesellschaft immer wieder, den Nasdaq Biotech hinter sich zu lassen. Nach dem Katastrophenjahr 2016 verspricht 2017 besser zu werden: In Q1 machte BB Biotech mit einem Periodenergebnis von rd. 375 Mio. CHF wieder Gewinn. Die Halbjahreszahlen, die am 21.7. folgen, sollten diesen Trend untermauern. Zudem gibt es Spekulationen, dass der US-Riese Gilead sich Vertex (beides Beteiligungen von BB Biotech) mit einem kolportierten Übernahmeaufschlag von 80% einverleiben will. Sollten sich diese Gerüchte bestätigen, dürfte das die BB Biotech-Aktie (52,74 Euro; CH0038389992), die bisher ein sehr durchwachsenes Jahr erlebt, zusätzlich beflügeln.

Am 12.7. berichtete CropEnergies vom guten Start ins laufende Geschäftsjahr: Die Südzucker-Tochter steigerte in Q1 neben den Erlösen (+33% auf 231 Mio. Euro) auch das EBITDA um 18% auf 33,1 Mio. Euro, woraus sich eine Marge von 14,3% ergibt. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Joachim Lutz mit einem EBITDA zwischen 90 Mio. und 130 Mio. Euro. Obwohl die Aktie (9,20 Euro; DE000A0LAUP1) nach ihrem Allzeithoch Mitte Mai bei 10,72 Euro gut 14% korrigierte, liegt sie seit Jahresbeginn noch immer über 80% im Plus. Mit einem 2018er-KGV von knapp 16 und einer Dividendenrendite von 2,4% ist sie zudem noch immer attraktiv bewertet.

Der US-Konzern Amgen liefert am 25.7. seine Halbjahreszahlen. Wir rechnen mit einem deutlich verbesserten Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zwar dürfte der Umsatz bei rd. 11,1 Mrd. US-Dollar und damit nur auf 2016-Niveau liegen. Das EBIT erwarten wir jedoch mit knapp 6 Mrd. Dollar etwa 14% höher. Die Aktie (174,05 Dollar; US0311621009) befindet sich seit zwei Jahren in einem volatilen Seitwärtstrend und schloss die Konsolidierung nach dem Allzeithoch im März bei 184,21 Euro Ende Mai ab. Seither kletterte sie um 13,8%.

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