ING DiBa dreht an Zinsen, sieht aber keinen schnellen Anstieg

ING DiBa-Zentrale in Frankfurt am Main ING DiBa-Zentrale in Frankfurt am Main
©ING DiBa
(12.07.2017)

Der plötzliche Zinsanstieg bei den Konditionen für Baufinanzierungen zu Beginn der zweiten Jahreshälfte dürfte sich lediglich als kleines Strohfeuer und nicht als der Beginn einer nachhaltigen Zinswende erweisen. Nachdem ING DiBa am 4.7. ihre Konditionen zunächst in den Zinsbindungen bis einschließlich zehn Jahre um zehn Basispunkte erhöhte, legte die Frankfurter Direktbank am gestrigen Dienstag (11.7.) noch einmal nach:

Die Konditionen stiegen in allen Zinsbindungen um weitere 10 Basispunkte. Ende Mai und Anfang Juni hatte es im Markt nur leichte Veränderungen bei den Baufinanzierungszinsen gegeben. Für ING DiBa-Chefökonom Carsten Brzeski besteht derzeit jedoch kein Grund zur Beunruhigung, wie er uns im Gespräch sagte. Seit Anfang dieses Monats spekulieren die Finanzmärkte über ein Ende der ultra-lockeren Geldpolitik, nicht nur in den USA, auch in der Eurozone und in Großbritannien. Daher sind die längerfristigen Kapitalmarktzinsen in den vergangen Tagen stark angestiegen. Dieser Trend sollte sich so nicht fortsetzen, meint Brzeski, da die Finanzmärkte wohl überreagiert hätten. Vor allem in der Eurozone werde der Einstieg in den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik von der EZB sehr langsam und vorsichtig gestaltet werden. Die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi wurden etwas übertrieben eingeordnet. Auch wenn es kurzfristig noch zu wieder fallenden Kapitalmarktzinsen kommen könnte, mittel- bis langfristig zeige der Trend nach oben, wenn auch nur leicht, heißt es bei ING DiBa.

Auch die Experten des Münchener Baufinanzierungsvermittlers Interhyp, eine Schwester der ING DiBa, sprechen von einem langen Weg bis zur Trendwende. Diese sei nicht zwangsläufig zu dem Zeitpunkt spürbar, an dem sie eingeleitet wird, sondern meist im Nachgang. Denn oft genug ändere sich trotz starker Anzeichen, Taten oder Worte so schnell nichts.