Entega – Sparkurs sichert Wachstum

Entega-Vorstandschefin Marie-Luise Wolff bleibt auch weitere 5 Jahre am Steuer der Südhessen. Entega-Vorstandschefin Marie-Luise Wolff bleibt auch weitere 5 Jahre am Steuer der Südhessen.
© ENTEGA Energie GmbH
(11.07.2017)

Schon zu Jahresbeginn ließ Marie-Luise Wolff auf dem Neujahrsempfang ihres regionalen Grundversorgers Entega durchblicken, dass das abgeschlossene Geschäftsjahr sehr gut gelaufen sei. Am Freitag (7.7.) lieferte die Vorstandschefin des südhessischen Versorgers, die am Tag zuvor ihren Vertrag bis 2023 verlängert hatte, endlich die 2016er-Zahlen, die schwarz aus den Bilanzbüchern scheinen. Keine Selbstverständlichkeit, beherrschte doch die Farbe Rot 2014 noch den Jahresabschluss der Entega.

Seit 2015 geht es nun aber bergauf bei den Heinern. Während das EBIT 2016 im schwierigen Marktumfeld von 73,6 Mio. Euro im Vj. auf 74 Mio. Euro kletterte, legte das Jahresergebnis deutlich um 21% auf 22,3 Mio. Euro zu. Durch das positive Ergebnis erhöht sich das Eigenkapital um 7,2% auf 79,4 Mio. Euro, was einer EKQ von 9% (2015: 8,4%) entspricht. Zufrieden ist Wolff damit noch nicht, die Aufholjagd habe erst begonnen. 20 bis 25% steuert die Managerin hier an.

Hinter dem Aufschwung in Südhessen stecken hartes Sparen und ein gutes Gespür für Zukunftsthemen. Denn anders als die Branchenriesen RWE und E.ON hat der kleine Versorger die Energiewende nicht verschlafen. Seit 10 Jahren baut er nun schon an seiner grünen DNA. 850 Mio. Euro flossen bis heute in den Ausbau Erneuerbarer Energien (EE). Um nachhaltig zu wachsen, musste die Entega aber erst mal mächtig sparen. 896 Mio. Euro Schulden hatten sich bis 2013 angehäuft (2016: 643 Mio. Euro). Wolff, die in jenem Jahr das Zepter übernahm, schnallte sogleich mit der Vorwärtsstrategie „Wachsen und Sparen“ den Gürtel enger. Seitdem wurden pro Jahr 84 Mio. Euro eingespart. Ohne die interne Fitnesskur wäre das EBIT heute immer noch rot.

Nach dem emsigen Sparen folgt nun das fleißige Investieren. 2016 ließ Wolff bereits 111 Mio. Euro für EE- und Netzausbau springen. Weitere 400 Mio. Euro sollen folgen. Denn die Entwicklung hin zu E-Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung erfordert v. a. flexible Verteilernetze, um Netzengpässen abzufedern. Zufrieden mit dem Vorwärtsgang, schraubte die Managerin das anvisierte EBIT-Wachstum von 92 Mio. Euro bis Ende 2018 auf nunmehr über 100 Mio. Euro bis 2023 rauf. Ambitioniert, aber machbar, versichert Wolff.