Ölpreis – Förderbremse Reloaded

Ölpreis – Förderbremse Reloaded
© Rainer Sturm, www.pixelio.de
(18.04.2017)

Während der Goldpreis seit Ende Dezember still und leise auf bestem Wege ist sein 3-Jahreshoch bei 1 382 US-Dollar (je Feinunze) zu erklimmen, hat die Diskussion über das schwarze Gold zuletzt wieder an Intensität zugenommen. Begonnen hat alles mit den US-Luftschlägen gegen Syrien vor gut zwei Wochen. Der Ölpreis zeigte sich in den vergangenen Tagen von seiner besten Seite. Gut 6 Dollar legte der Preis für die Nordsee-Sorte Brent in den vergangenen 14 Tagen zu und liegt nun wieder bei fast 56 Dollar je Barrel.

Auch der Preis für ein Fass der Sorte WTI konnte sich der Hausse nicht entziehen und kletterte auf 2-Wochen-Sicht um 5 Dollar auf jetzt 53 Dollar je Barrel. Ein Grund für die zwischenzeitliche Rally sind auch Spekulationen um die Verlängerung der Förderkürzungen seitens der Opec. Diese sollten eigentlich mit dem 1. Hj. 2017 auslaufen.

Auch das mächtigste Opec-Mitglied, Saudi-Arabien, unterstütze laut Medienberichten den Verlängerungsplan. Die erste Förderkürzung hatte die Absicht, den seit Sommer 2014 anhaltenden Ölpreisverfall zu stoppen. Einige Experten sehen die Maßnahme jedoch nicht als zielführend an, da die Ölpreise nach einem Anstieg Ende 2016 im vergangenen Monate wieder eingebrochen sind. Und dennoch gibt es noch immer zu viel Öl auf dem Markt. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) rechnet damit, dass die globale Öl-Nachfrage das zweite Jahr in Folge langsamer wachsen wird. In ihrem Monatsbericht reduzierte die IEA ihre Prognose für das laufende Jahr auf ein Wachstum von 1,3 Mio. Barrel pro Tag und warnte zugleich, dass dieser Ausblick noch zu optimistisch sein könnte. Rückenwind in ihrem Vorhaben bekommt die Opec derweil von den vielen Unruheherden. Nicht nur im Nahen Osten ist die geopolitische Lage brisant. In Venezuela, das über die größten Ölreserven der Welt verfügt, haben blutige Proteste gegen die Regierung und der vorerst nur knapp abgewendete Staatsbankrott Befürchtungen ausgelöst, es könnte zu Förderengpässen kommen. In Libyen war zuletzt tatsächlich eine Pipeline blockiert, in Kanada eine Produktionsanlage.