Baumarkt-Aktien erwachen aus dem Winterschlaf

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(04.04.2017)

In der nördlichen Hemisphäre hat der Frühling begonnen. Und wie jedes Jahr um diese Zeit strömen viele Männer – und zunehmend auch Frauen – in die Baumärkte, um Haus und Hof für die schöne Jahreszeit herauszuputzen. Die Heimwerker-Branche boomt seit langem. In Deutschland setzte sie 2016 gut 18,2 Mrd. Euro um (+1,5%). 2017 wird ein Wachstum von 1,3% erwartet. Grund genug, einen Blick auf die großen börsennotierten Baumärkte zu werfen.

In Deutschland führt für Fans von Baumarkt-Aktien kein Weg an Hornbach vorbei. Der SDAX-Konzern setzte nach vorläufigen Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 (per 28.2.) gut 3,9 Mrd. Euro um (+4,9%). Das bereinigte EBIT wird auf oder leicht über dem Vorjahreswert von 151 Mio. Euro erwartet. Auf dem Heimatmarkt konnten die Erlöse auf gut 2 Mrd. Euro gesteigert werden (+1,5%). Deutlich mehr gab es im übrigen Europa zu tun, wo Hornbach um 9,6% auf knapp 1,7 Mrd. Euro wachsen konnte. Die Holding-Aktie (69,36 Euro; DE0006083405) kletterte seit Anfang 2016 um 35,6% nach oben. Zuletzt ging es aber wieder abwärts. Der Grund: Die Familien-Treuhandgesellschaft, die mit 37,5% an Hornbach beteiligt ist, platzierte am vergangenen Dienstag 1 Mio. Aktien am Markt und konnte dadurch gut 65 Mio. Euro erlösen. Der Kurs fiel um fast 8%. Die Aktie befindet sich aber im stabilen Aufwärtstrend, das aktuelle Kursniveau lockt zum Einstieg. 

Relativ frisch am deutschen Markt aktiv ist Kingfisher. Die Baumarktsparte Screwfix, die die Briten im aktuellen Geschäftsbericht erstmals separat für Deutschland auswiesen, erlöste hierzulande 7 Mio. Euro. Der Gesamtumsatz des Konzerns belief sich auf 11,2 Mrd. Pfund (+8,7%), der Jahresüberschuss auf 847 Mio. Pfund (+13,5%). Wachstum ist also da – noch. Denn mit dem Brexit steht das Unternehmen vor großen Herausforderungen. Eine Verstärkung der bisher nur kleinen Expansion nach Deutschland dürfte schwierig werden. Und auch in Frankreich, wo im vergangenen Jahr 4,2 Mrd. Pfund erlöst wurden, werden die Umsätze eher zurückgehen. Das gilt auch für den Kurs der Aktie (327,20 GBp; GB0033195214), der nach einem kurzen Aufwind im März zuletzt wieder abstürzte und damit den im Oktober begonnenen Abwärtstrend fortsetzt. Übergeordnet befindet sich der Titel in einer Seitwärtsbewegung. Das KGV von 15 und die Dividendenrendite von 3% sind zwar attraktiv. Doch mit Blick auf den Kursverlauf raten wir von einem Einstieg ab. 

Mit 94,6 Mrd. US-Dollar (+6,9%) setzte Home Depot 2016 deutlich mehr um als die beiden Mitbewerber. Die US-Amerikaner fuhren zudem einen Nettogewinn von knapp 8 Mrd. Dollar ein (+13,5%). Für 2017 steht ein Umsatzwachstum von 4,6% auf der Agenda, sechs neue Stores sollen geöffnet werden und ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 5 Mrd. Dollar ist ebenfalls geplant. Mitte März erreichte der Anteilschein (146,95 Dollar; US4370761029) sein Allzeithoch nach fünfjährigem stabilem Aufwärtstrend. Seit unserer Erstempfehlung aus PB v. 13.1.14 steht ein Plus von über 80%. Mit einem 2017er-KGV von 20 ist der Titel allerdings etwas teurer als Kingfisher.

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