Intel kauft wieder ganz groß ein und lernt auch Autofahren

In der Chip-Branche ist Intel der König In der Chip-Branche ist Intel der König
(29.03.2017)

Als wir im Sommer 2015 (PB v. 10.6.15) Intel analysierten, stand die Milliardenübernahme des Mitbewerbers Altera kurz bevor. Damals investierte der US-Chiphersteller 16,7 Mrd. US-Dollar. Die Gründe lagen auf der Hand: In der Chip-Branche startete eine Konsolidierungsphase. Zudem musste Intel diversifizieren. Die Abhängigkeit von den PC-Prozessoren war zu groß, nachdem dieser Markt einbrach.

Trotzdem ist Intel noch heute von diesem Geschäft abhängig, das die Kalifornier aber mit einem Marktanteil von rund 80% dominieren. Glücklicherweise wurde hier eine Trendwende vollzogen, wie die 2016er-Zahlen belegen. Denn der Umsatz der Sparte stieg um ca. 4% auf 9,1 Mrd. Dollar. Wachstumstreiber ist aber das Geschäft mit Chips für Rechenzentren. Hier profitiert Intel vom wachsenden Datenverkehr, der für ein Umsatzplus von 8% auf rund 4,7 Mrd. Dollar sorgte. Diversifikation ist aber auch heute ein zentrales Thema. Daher kauften die Kalifornier nun Mobileye für 15,3 Mrd. Dollar in bar.

Das israelische Unternehmen ist ein Zulieferer der Automobilindustrie. Wichtigste Produkte sind Kameras, die als Auge für Assistenz-Fahrsysteme bzw. zukünftig selbstfahrende Autos dienen. Aber auch Steuerungssysteme gehören zur spannenden Produktpalette. In diesem Segment arbeiten die Israelis bereits mit Intel zusammen, beispielsweise bei der Entwicklung eines Roboterwagens für BMW. Für Intel ist der Deal der Einstieg in einen wachstumsstarken Zukunftsmarkt und bedeutet eine Ausweitung des Geschäftsfelds. Allerdings tummeln sich in diesem Trendsegment der Autoindustrie zahlreiche Wettbewerber, weshalb mit dem hohen Kaufpreis auch Risiken verbunden sind. Die Aktie notiert heute knapp über dem Niveau bei unserer Vorstellung in 2015. Wir wurden damals im Herbst 2015 unglücklich ausgestoppt. Für einen Wiedereinstieg spricht neben neuen Aktivitäten sowie Verbesserungen bei den PC-Chips und dem Großrechner-Geschäft auch die Fundamentalbewertung. Denn mit einem 2017er-KGV von 13 gehört das Papier (35,44 Dollar; US4581401001) zu den günstigsten Tech-Blue Chips der Welt. Ein konkretes Votum zu Intel finden Sie in  der aktuellen PLATOW Börse.