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Mercedes-Benz senkt erneut Ausblick

Die Gewinnwarnung von Mercedes-Benz vom Donnerstagabend (19.9.) reiht sich nahtlos ein in das derzeit schwierige Umfeld der deutschen Automobilindustrie. Die Stuttgarter erwarten jetzt in der Auto-Sparte 2024 eine ber. EBIT-Marge von 7,5 bis 8,5% (zuvor 10-11%).

Mercedes-Benz Museum in Stuttgart
Mercedes-Benz Museum in Stuttgart © CC0

Die Höhe der Absenkung hat auch uns überrascht und impliziert für das 2. Hj. eine Marge von ca. 6% nach 9,6% im 1. Halbjahr. Für die übrigen Geschäfte bleiben die Prognosen unverändert. China bleibt mit knapp 20% Umsatzanteil das größte Sorgenkind.

Die eingetrübte Konjunktur in China hat die Konsumlaune spürbar gedämpft, was nun auf den Absatz hochmargiger Top-End-Modelle drückt. Bereits im 1.Hj. sank dieser bei Luxuskarossen um 22,4% auf 136.893 Einheiten. CFO Harald Wilhelm erklärte in einem Analysten-Call, dass der Absatz 2024 deutlich unter 300.000 Einheiten liegen werde. 2023 waren es noch 328.268 Fahrzeuge. Die Aktie unseres Musterdepotwertes (55,18 Euro; DE0007100000) reagierte mit einem Kursrutsch von etwa 6% und nährt sich unserem Stopp-Loss.

Unklar ist, wie lange die schwierige Situation in China anhält und welche langfristigen Auswirkungen dies auf die Unternehmensstrategie haben könnte. CEO Ola Källenius Strategie, sich stärker auf Luxus auszurichten, hat während Corona gut funktioniert, ist aber vor allem abhängig von einer starken Nachfrage aus China. Diese bleibt derzeit aus. Bewertungstechnisch ist die Aktie günstig, doch die schwachen Fundamentaldaten und das fehlende Momentum drücken nun auf den Kurs. pk

Leser beachten den engen Stopp bei 53,65 Euro. Sollte dieser greifen, liegt die Gesamtrendite unserer Erstempfehlung (vgl. PB v. 9.8.22) bei 6%.

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