Südkorea

Hyundai – Schwacher Won lässt Gewinne sprudeln

Die mageren Jahre scheinen bei Hyundai vorbei zu sein. Nach mehreren Quartalen mit Gewinnrückgängen schaffte es der Autobauer, nach dem Startquartal 2019 auch im Q2 die Erträge zu steigern.

Während der Umsatz zum Hj. um 8,1% auf rd. 5,1 Billionen Won (rd. 3,9 Mrd. Euro) kletterte, verbesserte sich das EBIT überproportional um 26,4% auf knapp 2,1 Billionen Won. Und auch den Nettogewinn konnten die Südkoreaner mit etwas weniger als 2,0 Billionen Won im Vergleich zum 1. Hj. 2018 um mehr als ein Viertel (+26,6%) steigern.

Ein Grund für den operativen Höhenflug sind u. a. neue Modelle, die am Markt ankommen. Besonders der überarbeitete City-SUV Palisade erfreute sich auf dem Heimatmarkt einer großen Nachfrage und ging im Juni auch in den USA in den Verkauf. Den stärksten Absatzzuwachs verzeichnete aber die Limousine Sonata, die fast 50% häufiger verkauft wurde. Doch den größten Gewinnsprung seit sieben Jahren hat Hyundai auch positiven Wechselkurseffekten zu verdanken. Der Won verlor wegen der Handelskonflikte gegenüber dem US-Dollar so viel an Wert wie keine andere asiatische Währung. Kein Wunder, dass CEO Chung Mong-koo unter diesen Voraussetzungen den Anteil am größten Überseemarkt USA weiter steigern will. Im Q2 legten die Verkäufe dort in einem weltweit schwächelnden Marktumfeld um 3,3% zu. Bis 2023 soll der Anteil von City-SUVs in den USA von 51 auf 66% steigen.

Das Problem ist aber China. Im größten Absatzmarkt gingen die Verkäufe im Q2 um mehr als ein Drittel zurück. Die Einführung neuer Elektroautos soll dem entgegenwirken und langfristig Gewinne sichern. Schon für 2019 rechnen wir mit weiterem Wachstum: Der Umsatz dürfte ein ähnliches Wachstumsniveau wie zum Hj. zeigen, das EBIT aber deutlich stärker, im mittleren bis oberen zweistelligen Prozentbereich, zulegen. An der Börse ist der operative Rückenwind noch nicht angekommen. Die Aktie (29,20 Euro; 885166; USY384721251) befindet sich weiter im zu Jahresbeginn eingeschlagenen Seitwärtstrend. Angesichts der Entwicklung und des günstigen Kursniveaus ist das Papier aber aussichtsreich.

Hyundai bleibt ein Kauf. Stopp hoch auf 23,30 Euro.

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