Automobilhersteller

BYD – Zölle treffen nicht ins Mark

Spätestens mit dem Anpfiff der Fußball-EM hat sich BYD über Werbung in den Stadien einen festen Platz im Rampenlicht gesichert und ist einem breiten Publikum bekannt geworden. Der E-Autohersteller hat 2023 weltweit 3 Mio. Fahrzeuge verkauft, im Schlussquartal 2023 erstmals mehr als Tesla.

Obwohl die Chinesen ihren Marktführerstatus im Q1 vorübergehend einbüßten, bleibt der Slogan „NO.1 NEV Maker“ an den Banden ein kraftvolles Statement: BYD ist gekommen, um zu bleiben. NEV steht dabei für New Electric Vehicle und fasst alle alternativen Antriebstechniken zusammen.

Neben BYD tummeln sich immer mehr chinesische Konzerne auf den Weltmärkten, weshalb sie der EU ein Dorn im Auge geworden sind. Aufgrund der staatlichen Subventionen will die EU-Kommission ihrerseits mit Strafzöllen auf in China produzierte Fahrzeuge reagieren. Die Rede ist von bis zu 38%. In der Theorie schützen tarifäre Handelshemmnisse die heimische Wirtschaft, denn die Zölle führen zu einem massiven Verkaufspreisanstieg, wodurch Verbraucher verschreckt werden.

Bislang verkauft BYD den Großteil seiner Fahrzeug in China. Nur 5% der Fahrzeuge fanden über die Exportwege den Weg nach Europa. Allerdings steht BYD noch am Beginn seines europäischen Wachstumskurses. Mittelfristig avisiert das Management einen Marktanteil von 5%. Der Vorteil von BYD ist, dass viele Teile der Wertschöpfungskette, von der Lithiumförderung über die Batterieherstellung bis hin zur Produktion und Logistik, selbst abgedeckt und somit massiv Kosten eingespart werden.

Diese Ersparnis dient bei der Kaufpreisfindung als Puffer, bevor die Gewinnmargen nachhaltig unter Druck geraten. Zudem baut BYD derzeit eine Fabrik in Ungarn, wodurch die Produktion zum Teil nach Europa verlagert werden soll. Daher ist die Aktie (28,20 Euro; CNE100000296) noch nicht unter Druck geraten. Seit Jahresbeginn ist der Kurs noch 16% im Plus. Nach dem Anstieg warten wir daher auf eine günstigere Kaufgelegenheit. pk

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