Chemie

Wacker Chemie baut Pharma aus

Mit stabilen Kennziffern hat Wacker Chemie am Montag (28.10.) das Q3 resümiert. In zwei Geschäftsfeldern allerdings spüren die Münchner Gegenwind.

Wacker Chemie AG Werk in Nünchritz, Sachsen
Wacker Chemie AG Werk in Nünchritz, Sachsen © Stefan Kühn

Trotz eines Umsatzrückganges um 6% auf 1,4 Mrd. Euro konnte Wacker Chemie das EBITDA mit 152 Mio. Euro sowie den Gewinn mit 34 Mio. Euro auf Vorjahresniveau halten. Die EBITDA-Marge stieg damit ggü. Vj. um 60 Basispunkte auf 10,6%. Analysten hatten insgesamt zwar etwas mehr auf den Zetteln stehen, CEO Christian Hartel hat allerdings die Prognose für das Gj. (Umsatz: 6,0 bis 6,5 Mrd.; EBITDA: 600 bis 800 Mio. Euro) am oberen Zielband bestätigt und trifft damit den Konsens von 760 Mio. Euro EBITDA.

Während es im Geschäft mit Silikonen (50% vom Umsatz) dank höherer Nachfrage nach Industrielacken sowie aus der Textilindustrie immer besser läuft, schwächeln die Geschäfte mit Polymeren (25% vom Umsatz) und Polysilikonen (15%). So kommen die Polymere von Wacker im kriselnden Bausektor und die Polysilikone u.a. als Solarsilicium in der Fotovoltaik zum Einsatz, wo ein laufendes Anti-Dumping Verfahren in den USA belastet.

Dank Investitionen in Biosolutions (10% vom Umsatz) und Polysilicium für Halbleiter dürfte Wacker den Gewinn je Aktie bis 2027 aber um 10% p.a. steigern. Angesichts dessen erachten wir das 2025er-KGV von 13 (10Y-Schnitt: 19) weiter als attraktiv. Nach Bekanntgabe verlor die MDAX-Aktie (82,96 Euro; DE000WCH8881) etwas.

Aufgrund des Gegenwinds im Bau- und Autosektor bleibt Wacker eine Halteposition. Stopp: 74,60 Euro.

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