Wacker Chemie baut Pharma aus

Trotz eines Umsatzrückganges um 6% auf 1,4 Mrd. Euro konnte Wacker Chemie das EBITDA mit 152 Mio. Euro sowie den Gewinn mit 34 Mio. Euro auf Vorjahresniveau halten. Die EBITDA-Marge stieg damit ggü. Vj. um 60 Basispunkte auf 10,6%. Analysten hatten insgesamt zwar etwas mehr auf den Zetteln stehen, CEO Christian Hartel hat allerdings die Prognose für das Gj. (Umsatz: 6,0 bis 6,5 Mrd.; EBITDA: 600 bis 800 Mio. Euro) am oberen Zielband bestätigt und trifft damit den Konsens von 760 Mio. Euro EBITDA.
Während es im Geschäft mit Silikonen (50% vom Umsatz) dank höherer Nachfrage nach Industrielacken sowie aus der Textilindustrie immer besser läuft, schwächeln die Geschäfte mit Polymeren (25% vom Umsatz) und Polysilikonen (15%). So kommen die Polymere von Wacker im kriselnden Bausektor und die Polysilikone u.a. als Solarsilicium in der Fotovoltaik zum Einsatz, wo ein laufendes Anti-Dumping Verfahren in den USA belastet.
Dank Investitionen in Biosolutions (10% vom Umsatz) und Polysilicium für Halbleiter dürfte Wacker den Gewinn je Aktie bis 2027 aber um 10% p.a. steigern. Angesichts dessen erachten wir das 2025er-KGV von 13 (10Y-Schnitt: 19) weiter als attraktiv. Nach Bekanntgabe verlor die MDAX-Aktie (82,96 Euro; DE000WCH8881) etwas.
Aufgrund des Gegenwinds im Bau- und Autosektor bleibt Wacker eine Halteposition. Stopp: 74,60 Euro.