Rückversicherer

Munich Re will vor Allianz bleiben

Die 2023er-Zahlen von Munich Re am Dienstag (27.2.) fielen sehr solide aus.

Munich Re-Hauptgebäude
Munich Re-Hauptgebäude © Münchener Rückversicherungsgesellschaft

Für CEO Joachim Wenning ist der „Appetit“ des weltgrößten Rückversicherers zudem „noch lange nicht erschöpft“ (s. PLATOW Brief). Für 2024 bekräftigte er jedenfalls das im Dezember formulierte Ziel, den Versicherungsumsatz um weitere 2% auf rund 59 Mrd. Euro (2023: +4,5% auf 57,9 Mrd. Euro) zu erhöhen und damit den Gewinn um 9% auf 5 Mrd. Euro auszubauen. Im Vorjahr hatten die neuen Bilanzierungsregeln, die eine Abzinsung von Rückstellungen für künftige Schäden verlangt und deswegen im höheren Zinsumfeld ihren Tribut forderten, den Gewinn um 13% auf 4,6 Mrd. (Prognose: 4,5 Mrd.) Euro geschmälert.

Das Q4 (Konzernergebnis: -12%; Gewinn je Aktie: -10%) fiel dabei wegen schwächerer operativer Ergebnisse etwas geringer aus als von Analysten erwartet. Positiv überraschte der Rückversicherer dagegen mit der Ankündigung, die Dividende um 30% auf 15,00 (Vj.: 11,60; Konsens 12,50) Euro zu erhöhen und ein neues Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Mrd. Euro zu starten. In den letzten fünf Jahren hat die Munich Re damit über Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen 22,8 Mrd. Euro an die Aktionäre ausgekehrt.

Im Schnitt haben Aktionäre der Munich Re in diesem Zeitraum über Dividenden, Rückkäufe und Gewinnsteigerungen nach unserer Kalkulation unter großen Schwankungen eine Gesamtrendite von durchschnittlich 37% erzielt. Für 2024 errechnen wir eine Rendite von 16%, was rein zufällig der erwartbaren Rendite von Allianz (vgl. PB. v. 23.2.) entspräche. Wennings will offenbar keineswegs hinter dem Münchner Nachbarn zurückstehen.

Der DAX-Aktie (421,00 Euro; DE0008430026), die seit Jahresbeginn schon 12% und seit Erstempfehlung in PB v. 25.4.22 sogar 78% zugelegt hat, lieferten die Nachrichten am Dienstag keinen weiteren Kurstreiber mehr. Mit einem 2024er-KGV von 11 (5J: 13) und einer Dividendenrendite von 3,5% bleibt das Papier aber attraktiv bewertet. kdb

Munich Re bleibt ein Kauf. Neuer Stopp: 291,50 (279,50) Euro.

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