Reckitt Benckiser erhofft sich frischen Wind vom neuen Chef
Bei Reckitt Benckiser verliefen die Geschäfte zum Jahresauftakt nicht so erfrischend, wie es die Produkte des Konsumgüter-Riesen versprechen.
„Inflation ist wie Zahnpasta. Ist sie erst mal heraus aus der Tube, bekommt man sie kaum mehr rein.“
Bei Reckitt Benckiser verliefen die Geschäfte zum Jahresauftakt nicht so erfrischend, wie es die Produkte des Konsumgüter-Riesen versprechen.
Von Ende Januar bis Anfang Mai legte die Henkel-Aktie (82,64 Euro; DE0006048432) fast 10% zu, die Hoffnungen der Anleger auf einen Turnaround stiegen. Doch sie wurden schnell im Keim erstickt, denn seither verlor das DAX-Papier 10,8% und erreichte am Dienstag (4.6.) den tiefsten Stand seit fünf Jahren.
Der häufig familiengeführte Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Medien, Öffentlichkeit und Politik konzentrieren sich jedoch oft nur auf Großkonzerne wie die beliebten DAX-Unternehmen. Ein Ärgernis, das jüngst auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit seiner Strategie für nationale Champions zu Recht in die Kritik brachte. Wie wichtig der Mittelstand ist, verdeutlicht eine Studie der Stiftung Familienunternehmen: Von 2007 bis 2016 haben die 500 größten Familienkonzerne ihr Personal um 27% auf 2,54 Mio. Menschen erhöht. Bei den 27 DAX-Konzernen (ohne die familiengeführten Henkel, Beiersdorf und Merck) war es mit 1,55 Mio. Beschäftigten nur ein Zuwachs von 4%.
Überraschend gab Compugroup am Montag (15.4.) bekannt, dass CFO Christian Teig nach elf Jahren das Unternehmen zum 1.8. verlässt. Aktionäre brauchen sich jedoch keine Sorgen zu machen, denn mit Michael Rauch rückt ein neuer Finanzchef nach, der Erfahrungen bei Douglas und Henkel gesammelt hat.
Wirklich leicht hatten es Aktionäre von Henkel schon längere Zeit nicht mehr. Seit Mitte 2017 verlor die Aktie (89,32 Euro; DE0006048432) fast ein Drittel ihres Wertes. Zu Beginn dieses Jahrs schockte der Persil-Hersteller dann mit der Ankündigung, ab 2019 jährlich 300 Mio. Euro auf Kosten des Gewinns investieren zu müssen (vgl. PB v. 21.1.). Das DAX-Papier fiel auf den tiefsten Stand seit 2014. Doch die Anleger kamen in der Folge zurück, der Kurs machte über 7% gut und kämpft seit einigen Wochen mit der Marke von 90,00 Euro.
Auf der Suche nach Rendite müssen Anleger wieder kreativer werden. Stockpicking ist zunehmend gefragt, das Identifizieren gewinnbringender Aktien steht im Mittelpunkt. Dabei rücken gerade auch bei professionellen Investoren neben den althergebrachten Kennzahlen wie Umsatz- und Gewinnentwicklung oder KGV immer stärker Kriterien in den Mittelpunkt, die Aussagen über die Verantwortlichkeit und Nachhaltigkeit der Konzernführung und des Geschäftsmodells treffen. Beherzigen Unternehmen Gesetze und Umweltstandards? Wie ist der Umgang mit Mitarbeitern, wie die Vergütung oder Zusammensetzung des Vorstands?
Wie versprochen werden wir natürlich auch die noch laufenden Empfehlungen aus dem alten Derivate-Depot weiter verfolgen. Der Short-Trade auf bet-at-home ist vor zwei Wochen ausgestoppt worden.
Heftig abgestraft wurde am Montag (21.1.) Henkel. Die Aktie lag mit einem Minus von rd. 10% am Ende des DAX. Grund dafür waren erste Zahlen für 2018 bzw. der Ausblick für das lfd. Jahr. Demnach setzte der Konsumgüterriese im vergangenen Gj. 19,9 Mrd. Euro um – nach 20 Mrd. Euro im Jahr zuvor.
Fremdfinanzierung für die Umwelt: Als erstes deutsches Unternehmen hat Henkel eine Kreditlinie abgeschlossen, die sich an ESG-Kriterien orientiert („Green Loan“). Sie hat ein Volumen von 1,5 Mrd. Euro, läuft bis zu sieben Jahre und löst zwei bestehende Kreditlinien ab.
Bei unserer Short-Spekulation auf Henkel läuft alles nach Plan. Wir hatten die Position bei knapp 102 Euro mit einem engen Stoppkurs bei rund 106 Euro vor zwei Wochen eröffnet, nachdem die Aktie innerhalb weniger Tage zweimal an dem Widerstand bei rund 103 Euro gescheitert war. Mittlerweile steht der DAX-Wert bei rund 97 Euro, wodurch der Wave Put XXL der Deutschen Bank mit 25% im Plus liegt und uns einen Depotbeitrag von 0,88% des Kapitals beschert. Das Initial-Risiko dieses Trades lag bei 0,83% des Kapitals.
Auch die Aktie von Henkel hat sich in den vergangenen Wochen deutlich besser geschlagen als der Gesamtmarkt. Seit dem Tief der Aktie in der letzten Oktoberwoche ist der Kurs um über 10% gestiegen, während der DAX nur ein Mini-Plus generieren konnte. Gut möglich, dass die „defensiven Qualitäten“ des Herstellers von Konsumgütern hierbei eine Rolle gespielt hat. Unterstützung kam aber auch von Seiten der Analysten, welche die Aktie mehrheitlich als günstig bewertet ansehen. Wobei das zumindest auf die kurzfristige Entwicklung in der Regel kaum Auswirkungen hat.
Fußballfans würden sich wundern, wenn ein Trainer nur Stürmer aufstellt. Genauso wäre es ein Fehler, nur auf eine einzelne Aktie, Branche oder Anlagestrategie zu setzen. Nach knapp zehn Jahren Hausse könnte angesichts der Risiken des Brexits, der kontroversen Haushaltspolitik Italiens und einer konjunkturellen Abschwächung der Wechsel von Wachstumstiteln zu Value-Titeln (vgl. PB v. 8.10.) und defensiveren Aktien etwas mehr Ruhe und Sicherheit in jedes Depot bringen.
Privatanleger werden oft mit der Dividendenstrategie gelockt, um einen Ausgleich für geringe Zinsen zu erwirtschaften. Ein langfristiger Erfolg mit Aktien basiert aber immer auf den beiden Säulen Dividende und Kurszuwachs und ist zudem vom Wirtschaftsumfeld abhängig. Aus dem Vergleich zwischen der reinen Preis- und der Performance-Variante des TecDAX in den vergangenen zehn Jahren wird der Rendite-Unterschied deutlich: Während die Kurse 165,7% zulegten, bescherten die Ausschüttungen Anlegern zusätzlich einen Gewinn von 52,4%.
Mehr als zwei Drittel des Umsatzes generiert Henkel außerhalb der Eurozone. Entsprechend abhängig ist der DAX-Konzern von Wechselkursschwankungen, wie die dadurch belasteten Hj.-Zahlen Mitte August veranschaulichten. Die 2018er-Prognose passte CEO Hans Van Bylen an und rechnet nur noch mit einem Ergebnisanstieg von 3 bis 6% (zuvor: 5 bis 8%).
Es ist kein Geheimnis, dass deutsche Firmen prächtig im Ausland verdienen. Ausländer wiederum verdienen ordentlich Geld mit Investitionen in hiesige Konzerne, denn die aktienscheuen Deutschen sind beim DAX-Anteilsbesitz in der Minderheit. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Simon-Kucher & Partners kommt inzwischen zudem fast jeder dritte DAX-Vorstand aus dem Ausland. Kurz nach der Finanzkrise waren es 2009 noch 26%, beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 sogar nur 13%.
780 Mio. Euro kehrt Henkel für 2017 an die Aktionäre aus. Das beschloss die HV des Persil-Herstellers am Montag. Sowohl die 1,79 Euro je Vz.-Aktie (104,05 Euro; DE0006048432) als auch die 1,77 Euro für das Stamm-Papier (98,85 Euro; DE0006048408) stellen Rekordwerte dar. Damit stiegen die Dividenden für die beiden Gattungen um 10,5 (Vorzüge) bzw. 10,6% (Stämme), was zu einer Ausschüttungsquote von 30,7% des Jahresüberschusses führt.
Lieferschwierigkeiten im nordamerikanischen Konsumgütergeschäft führten bei Henkel zu einem nur verhaltenen Jahresstart. Die Ursachen seien bekannt und würden derzeit behoben, gab Vorstandschef Hans Van Bylen am Montag bekannt. Dennoch rechnet er bei den Unternehmensbereichen Laundry & Home Care sowie Beauty Care mit einem negativen organischen Umsatzwachstum.
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Die Henkel-Aktie (114,70 Euro; DE0006048432) hat sich vom Kurssturz der vergangenen Woche noch immer nicht erholt. Anleger ließen sich von den vermeintlich guten Q3-Zahlen nicht täuschen und straften das Papier mit über 6% ab.
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Ein Haushalt ohne Produkte des Konsumgüterherstellers Colgate-Palmolive ist kaum vorstellbar. Allein im Bereich Mundhygiene, der etwa ein Drittel des Umsatzes ausmacht, ist der US-Riese dank der Marken Colgate und Dentagard Weltmarktführer. Hinzu kommen Körperpflegeprodukte unter dem Namen Palmolive oder Haushaltsreiniger wie Ajax.
Gelungener Jahresstart für Henkel (s. auch PLATOW Brief).
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